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Spammer wechseln zur Spyware-Fraktion

01.07.2005 | 13:49 Uhr |

Da das Versenden von Spam nicht mehr soviel Geld einbringt, rücken andere Geschäftsfelder in den Vordergrund.

Mit dem zunehmenden Einsatz immer effektiver werdender Spam-Filter sinkt offenbar die Attraktivität des Spam-Versands als Einnahmequelle. Phishing, Identitätsdiebstahl und Auftragsspionage versprechen wohl eine lukrativere Geldquelle zu sein. So wandern Protagonisten der Spammer-Szene in diese Tätigkeitsfelder ab.

Im Rahmen einer Diskussionsrunde zum Thema "Digitale Mafia" gestern in London stellten hochrangige Antivirus-Experten übereinstimmend fest, dass es in der Malware-Szene einige Veränderungen gegeben hat. Der Trend geht nach Ansicht von Patrik Runald, F-Secure, seit einigen Monaten weg von groß angelegten Massenaussendungen von Viren und Würmern. Es werden bevorzugt viele kleine, gezieltere Wellen von immer neu variierten Schädlingen verbreitet, die jede für sich unter der Alarmschwelle weltweit tätiger Antivirus-Hersteller bleiben.

Simon Perry von Computer Associates unterteilt digitale Angriffe in drei Kategorien: ungezielte massenhafte Verbreitung von Schädlingen (Spam-artig), Angriffe auf Online-Shops und Industriespionage. Die Gewichte verschieben sich zwischen diesen Angriffsformen. Die Fachleute stimmen überein, dass die Malware-Szene immer weiter in Richtung krimineller Banden driftet. Sie sind sich jedoch uneins darüber, ob es sich immer noch um dieselben Täter handelt oder ob eine neue Generation am Werk ist.

Der beobachtete Anstieg der Ausnutzung von Sicherheitslücken in Systemen und Anwendungen ist nach Ansicht von Diskussionsteilnehmern auch auf Defizite in der Ausbildung von Programmierern zurück zu führen. Universitäten müssten mehr Gewicht auf sichere Programmiertechniken legen. Auch Software-Hersteller, Internet-Provider und nicht zuletzt die Anwender müssten ihren Teil dazu beitragen, dass es der digitalen Mafia nicht zu leicht gemacht wird.

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