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Spammer verklagt Opfer auf 4 Millionen Dollar

17.03.2005 | 14:22 Uhr |

Reizen Sie bloß keinen Spammer, denn das kann teuer werden. Diese Erfahrung macht derzeit ein US-Bürger, der seine Auseinandersetzung mit einem Spamversender auf seiner Website dokumentierte.

Es mag ja zwecklos sein, einen Spamversender zu verklagen. Zum Beispiel, weil er sicher vor dem Zugriff der heimischen Justiz im Ausland sitzt. Aber verständlich ist so eine Klage schon. Der umgekehrte Fall dürfte dagegen Kopfschütteln hervorrufen: Wenn nämlich ein Spammer sein Opfer verklagt. Genau das erlebt derzeit ein Spam-Opfer in den USA, wie auf der englischsprachigen Nachrichtenseite Ars Technica nachzulesen ist.

Mark Mumma, ein Internet Service Provider aus Oklahoma City, hatte es satt. Mehrmals schickte ihm die Firma Cruise.com unerwünschte Mails ins Postfach. Angeblich, weil er sich in eine Liste eingetragen habe, um diese Mails zu erhalten. Was Mumma aber nie tat. Das Spamschutzgesetz des Staates Oklahoma verbietet Spam sogar ausdrücklich.

Mumma rief deshalb das Mutterunternehmen von Cruise.com an, die Firma Omega World Travel (eine englischsprachige Niederschrift des Gesprächs finden Sie hier ). Dort riet man ihm, einfach eine Antwort-Option in der Spammail zu nutzen, um sich aus der Empfängerliste auszutragen. Das aber wollte Mumma nicht machen - er befürchtete nicht ganz zu Unrecht, dass er danach erst recht Spam bekommen würde. Denn Spammer bauen gerne Antwort-Links in ihre Mails ein, um den Empfänger zu einer Antwort zu nötigen. Danach wissen die Spammer sicher, dass die Mailadresse existiert und die Mails auch wirklich gelesen werden.

Mumma erklärte diese durchaus zutreffende Überlegung seinem Gesprächspartner am anderen Ende der Telefonleitung und bat um Streichung von der Liste der Mailempfänger. Nach dem Gespräch hatte Mumma das Gefühl, dass er keine Mails mehr bekommen und von der Empfängerliste genommen würde. Dachte er zumindest. Denn die Mails kamen weiterhin.

Die Streitereien zwischen dem Spam-Opfer und Omega World Travel nahmen an Schärfe zu. Mumma dokumentierte den Streit auf seiner Website.

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