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Spammer nutzen Namen von Concorde-Opfer für Betrug

11.04.2006 | 13:15 Uhr |

Im Juni 2000 stürzte eine Concorde in der Nähe des Flughafens Charles de Gaulle ab, 113 Personen starben. Knapp sechs Jahre nach dem Unglück nutzen skrupellose Spammer den Namen eines der Opfer, um leichtgläubige Anwender um ihr Geld zu erleichtern.

Sie sind seit Jahren im Umlauf, versprechen Provisionen aus Millionenvermögen afrikanischer Prinzen, Politiker oder Bankmanager - Spammails, der so genannten Nigeria-Connection. Vor einer besonders perfiden Version dieser Betrugs-Mails warnen nun die Sicherheitsexperten von Sophos . Diese nutzt den Namen eines deutschen Passagiers der Concorde, die am 25. Juni 2000 in der Nähe des Flughafens Charles de Gaulle abstürzte. Bei dem Unglück kamen alle Insassen der Maschine ums Leben.

Die Spammer geben laut Sophos vor, dass die Nachricht von einer offiziellen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft stammt. Die Gesellschaft will auf das Londoner Bankkonto eines deutschen Passagiers gestoßen sein, der bei dem Absturz mit seiner Familie ums Leben kam. Auf diesem Konto sollen sich der Mail nach 20,5 Millionen englische Pfund befinden (siehe Bild). Da es keine Erben gäbe, soll sich der Empfänger der Mail so schnell wie möglich melden, damit das Geld nicht an den englischen Staat fällt. Als Belohnung winken 25 Prozent des Geldes.

Hat der Empfänger nun Dollar-Zeichen vor Augen und antwortet er, wird die für diese Mails typische Maschinerie in Gang gesetzt. So werden die Empfänger laut Sophos aufgefordert, Vorauszahlungen zu leisten oder persönliche Daten für die in Aussicht gestellte Überweisung preis zu geben. Das Sicherheitsunternehmen warnt in diesem Zusammenhang, dass diese Daten dazu verwendet werden können, Bankkonten zu plündern oder Identitätsbetrug zu begehen.

Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos, erläutert: "Der betreffende Passagier und seine Familie gehörten tatsächlich zu den Opfern des schrecklichen Flugzeugunglücks in Paris. Geschmacklose Spammer nutzen vorsätzlich deren Namen, um fremde Konten auszurauben, ohne nur eine Sekunde an die Gefühle der Angehörigen und Freunde der Opfer zu denken."

Anwender, die eine derartige, oder andere Mail ähnlichen Inhalts erhalten, sollten das einzig richtige tun: Die Mail löschen.

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