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Spam-Versand erreicht neue Rekordmarke

22.02.2007 | 14:46 Uhr |

Steuern die beteiligten Unternehmen nicht gegen, werden Spam-Mails bis Ende des Jahres 90 Prozent des gesamten Mail-Verkehrs ausmachen. Davor warnen die Sicherheitsspezialisten von Marshal Ltd.'s Threat Research and Content Engineering.

Trotz aller Gesetze, die das Versenden von Spam unter Strafe stellen, pumpen die Betreiber von Spam-Netzwerken munter weiter ihre unerwünschten Werbebotschaften millionenfach ins Netz. Die Sicherheitsspezialisten von Marshal Ltd.'s. Threat Research and Content Engineering (Trace) weisen nun darauf hin, dass bis Ende des Jahres 9 von 10 Mails Spam sein wird, wenn nicht gegengesteuert wird.

Trace beobachtet die Entwicklung des Spam-Aufkommens in 18 Ländern und stellte für die vergangene Woche einen Anstieg von 30 Prozent fest. Seit Oktober 2006 habe Spam um 280 Prozent zugenommen, so Trace. "Rund 85 Prozent des derzeitigen Mail-Verkehrs sind Spam und wenn sich die Zuwachsraten nicht ändern, werden es bis Ende des Jahres 90 Prozent sein", so Bradley Anstis, Direktor für Produktmanagement bei Marshal. Und weiter: "Spam aus China und Südkorea stieg auf Grund von außer Kontrolle geratenen Botnets bestehend aus ungeschützten Heim-PCs massiv an."

Laut Anstis sähen viele Anwender und öffentlichen Einrichtungen in diesen Ländern keine Veranlassung, Anti-Malware-Produkte einzusetzen, was die extreme Zunahme von Botnets verhindern würde. "Das fehlende Wissen um die Wichtigkeit von Malware-Schutz und schwache rechtliche Regelungen bedeuten, dass Malware-Autoren gute Chancen haben, so davon zu kommen. Singapur hat seine Gesetze verschärft und wir konnten einen Rückgang der von dort versendeten Spam-Mails feststellen", so Anstis. Seiner Meinung nach müssten die Regierungen ISPs dabei unterstützen, Content-Filter einzusetzen und Anwender zwingen, Virenschutz-Software zu installieren.

Joel Camissar, Country Manager Neuseeland bei Websense und Mitglied der Anti-Phishing-Working-Group, erklärte, dass ein nationales Anti-Spam-Filter-Programm das Problem beenden würde. "Spam würde komplett ausradiert, wenn die ISPs zusammen arbeiten und eingehende Mails filtern würden, da es nur acht oder neun Leitungen gibt, die die ISPs mit dem Rest der Welt verbinden." Allerdings gäbe es bei diesem Ansatz eine Reihe von Datenschutzproblemen, die gelöst werden müssten.

Allerdings sollten derartige Schreckensszenarien wie die von Trace nun auch nicht überbewertet werden. Denn immerhin verdient das Unternehmen sein Geld mit Schutz-Software (Mail und Internet) für Unternehmen.

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