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Spam, Phishing & Co. erreichen neue Dimensionen

10.09.2006 | 13:42 Uhr |

Laut Verband der deutschen Internetwirtschaft erreichen Spam und Phishing völlig neue Dimensionen. Die Energie, die Täter dabei für ihre Aktivitäten aufbringen, steigt und die Lösungsansätze der Politik greifen nur in geringem Maße.

Neue Erkenntnisse im Zusammenhang mit Spam und Phishing brachte der 4. Deutsche Anti-Spam Kongress des eco Verbandes der deutschen Internetwirtschaft am 5. September in Köln. So habe sich herausgestellt, dass die Hemmschwelle der Täter in Zusammenhang mit Spam-Mails gesunken sei. Weiterhin wären neue Formen der Angriffe auf persönliche Daten im Netz entstanden, die es zu bekämpfen gilt. So habe sich Spam und andere Arten des Datendiebstahls vom Ärgernis zu einem strafrechtlich relevanten Sachverhalt entwickelt. „Besorgniserregend sind dabei insbesondere die ansteigende kriminelle Energie der Täter und deren wachsende Professionalität sowie die neuen und immer raffinierteren Begehungsmethoden", kommentiert eco-Vorstand Oliver J. Süme.

Zielte Spamming vor wenigen Jahren noch auf den Absatz zweifelhafter Waren und Dienstleistungen ab, so verfolgen die Täter inzwischen betrügerische Absichten mit der Konsequenz eines beträchtlichen finanziellen Schadens am Opfer. Laut Statistik wurden daher schon im ersten Halbjahr dieses Jahres 153 Fälle mit einem Gesamtschaden von rund 730.000 Euro registriert. Eine bundeseinheitliche Erfassung fehle derzeit jedoch noch, somit dürfte der deutschlandweite Schaden deutlich höher liegen.

Eine weitere Erkenntnis des Kongresses ist die professionellere Vorgehensweise der Täter. So schließen sich die Datendiebe mittlerweile zu internationalen Organisationen zusammen und schränken somit die Zugriffsmöglichkeiten der Behörden erheblich ein. Zudem sind die Zeiten schlecht übersetzter Werbemails lange vorbei. Neuste Phishing-Versuche sind für den Laien praktisch gar nicht mehr zu erkennen.

In die Kritik des eco-Verbandes geriet auf dem Kongress die Anti-Spam-Regelung des neuen Telemediengesetztes. „Mit diesem Gesetz wird dem Konsumenten suggeriert, dass etwas gegen Spam und modernere Begehungsmethoden unternommen wird", kommentiert Oliver J. Süme. „Angesichts der aktuellen Entwicklungen wird sich die geplante Regelung als stumpfes Schwert von Gestern erweisen, dass allenfalls Behörden mit Arbeit belasten wird."

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