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Falcon-9-Rakete kehrt erfolgreich zur Erde zurück

22.12.2015 | 08:57 Uhr |

Das von Tesla-Gründer Elon Musk geführte private Weltraum-Unternehmen SpaceX hat heute Nacht Raumfahrtgeschichte geschrieben: Die ins All geschossene Falcon 9 landete sicher in Cape Canaveral.

Update 22.12: Rückkehr zur Erde geglückt

SpaceX hat Raumfahrtgeschichte geschrieben. Die heute Nacht ins All geschossene Falcon 9 ist heil zur Erde zurückgekehrt. Die Falcon 9, genauer gesagt deren zweite Raketenstufe, setzte zuvor elf Kommunikationssatelliten des Unternehmens Orbcomm im Weltall aus. Die dafür benötigte zweite Raketenstufe kehrte nicht zur Erde zurück.

Die erste Raketenstufe der Falcon 9 mit einem Großteil der Raketentechnik an Bord hat dagegen nach 20 Minuten Flug auf dem Landebereich von Cape Canaveral in Florida aufgesetzt. Die erste Stufe wurde beim Landeanflug auf Cape Canaveral von Triebwerken abgebremst und landete punktgenau. "Willkommen zurück, Baby", twitterte Elon Musk, der Chef von SpaceX (und Tesla).

Das Video zeigt den Landeanflug.

Damit ist es SpaceX zum ersten Mal gelungen, eine Falcon-9-Trägerrakete erfolgreich zur Erde zurückkehren zu lassen. Damit könnten Weltraumflüge in Zukunft deutlich günstiger werden, weil man nicht für jeden Start eine komplett neue Rakete bauen muss.

Stolz twittert Musk ein Foto von der erfolgreich gelandeten ersten Raketenstufe
Vergrößern Stolz twittert Musk ein Foto von der erfolgreich gelandeten ersten Raketenstufe
© Musk

SpaceX ist aber nicht das erste Unternehmen, das eine Rakete ins All schießt und wieder zur Erde zurückkehren lässt. Blue Origin, die Weltraumfirma von Amazon-Chef Jeff Bezos, hatte im November 2015 auch schon eine Rakete zur Erde zurückkehren lassen. Allerdings ist die Falcon 9 von SpaceX deutlich stärker, fliegt schneller und dringt tiefer ins All vor, wie The Verge erklärt.  

Update-Ende, Beginn der ursprünglichen Meldung

Am 22. Dezember 2015 um 2.33 Uhr (MEZ) startet SpaceX wieder eine Falcon-9-Rakete. Die Falcon 9 hebt vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral Air Force Station in Florida ab und setzt zunächst elf Kommunikationssatelliten des Unternehmens ORBCOMM in der Erdumlaufbahn aus. Danach soll die abgetrennte erste Raketenstufe aber wieder zur Erde zurückkehren und in einem Landebereich bei Cape Canaveral, dem Launch Complex 1, wieder landen. Dieser Teil der Rakete umfasst einen Großteil des Raketenkörpers samt Triebwerk und Tank.

Die Falcon 9 gestern vor dem Start
Vergrößern Die Falcon 9 gestern vor dem Start
© SpaceX/ORBCOMM

Mit dem letzten Teil der Weltraummission will SpaceX wiederverwendbare Raketen testen. Das US-Unternehmen, an dem auch Google beteiligt ist, experimentiert schon länger mit recycelbaren Raketen. Zwei Rückkehrversuche sind bisher aber gescheitert, noch kein einziges Mal kehrte ein Falcon-9 erfolgreich zur Erde zurück. Bei den beiden gescheiterten Versuchen sollte die Falcon 9 auf einer im Meer schwimmenden Plattform landen, nun also versucht es SpaceX mit einer Ankunft auf Land. Dabei setzt SpaceX eine verbesserte Version der Falcon 9 ein, die 9 v1.1. Der Start heute Nacht beendet eine rund sechs Monate dauernde Pause bei den Raketenstarts von SpaceX.

Ursprünglich wollte SpaceX die Falcon 9 bereits heute starten, verschob den Start jedoch kurzfristig. Weil sich dadurch die Chancen für eine erfolgreiche Landung um zehn Prozent erhöhen würden, wie Elon Musk twitterte.

SpaceX beteiligt sich mit der Falcon 9 übrigens auch an der Versorgung der Internationalen Raumstation ISS. Dafür nimmt die Falcon 9 dann das Transportmodul Dragon an Bord. Das ist bei dem für heute Nacht geplanten Flug aber nicht der Fall.

SpaceX experimentiert außerdem mit Schleudersitzen für Astronauten. Dieser Auswurfmechanismus (Launch Abort System alias Launch Escape System) soll Astronauten aus einer Weltraum-Rakete retten, wenn die Rakete technische Problem bekommt und abzustürzen oder zu explodieren droht. Diese Rettung soll nicht nur kurz nach dem Start, sondern auch noch in größeren Höhen möglich sein.

Im Jahr 2016 will SpaceX zudem die schwerste US-Rakete seit dem Ende des Apolloprogramms ins All schießen, die Falcon Heavy.




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