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Soziale Netzwerke bei Bewerbungen fast unwichtig

14.03.2010 | 15:53 Uhr |

Das Ausbreiten des eigenen Privatlebens in sozialen Netzwerken wie studiVZ, LinkedIn oder Facebook wirkt sich kaum auf den Karriereverlauf aus. Einer aktuellen Erhebung der Online-Jobbörse StepStone nach wird die Mehrheit der Bewerber in einem Vorstellungsgespräch nicht mit den eigenen Profildaten konfrontiert.

Experten warnen jedoch davor, zu viel von sich preiszugeben. Auch wenn sich Arbeitgeber mit einer Ansprache auf Profildaten zurückhalten, heißt das nicht, dass sie nicht informiert sind. "Obwohl der Mensch von Grund auf neugierig ist und zukünftige Bewerber zuvor abklopften will, scheint diese Form des Screenings noch nicht sehr verbreitet. Bewerber sollten aber stets damit rechnen, auch auf diese Weise ,überprüft' zu werden", sagt Mario Trusgnach, Geschäftsführer von Adecco Österreich , gegenüber pressetext. Dies zeigt sich an den Zahlen. Von den 4.374 befragten deutschen Führungskräften gaben 89 Prozent an, im Vorstellungsgespräch noch nie mit Profildaten konfrontiert worden zu sein.

"Auch wenn sich Personaler während eines Gespräches nicht auf Profilangaben der Bewerber direkt beziehen, heißt das nicht, dass ihnen diese nicht bekannt sind", erläutert Trusgnach. So wurden sieben Prozent der Befragten während einer Bewerbung schon einmal auf ihr Netzwerkprofil angesprochen. Auch behaupten vier Prozent, der Unternehmensvertreter habe sich recherchebedingt auf Informationen aus sozialen Netzwerken bezogen. Dennoch hat sich die Recherchequelle soziale Netzwerke noch nicht so stark etabliert wie bislang gedacht.

Demnach setzen Human-Ressource-Verantwortliche in erste Linie nach wie vor auf bewährte Methoden, um herauszufinden, ob ein Kandidat für eine Position geeignet ist oder nicht. Denn eine oberflächliche Recherche führt nicht selten zu einer voreiligen Beurteilung. Dabei stellen die deutschen Ergebnisse einen Trend in der EU dar. "Wer jedoch aus Nachlässigkeit eigene Partybilder oder andere unglückliche Schnappschüsse bzw. Videos in sozialen Netzwerken öffentlich zugänglich macht, ist selbst Schuld", sagt Trusgnach auf Nachfrage von pressetext.

(pte)

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