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Soziale Netzwerke: Schlaraffenland für Datendiebe

26.07.2007 | 16:02 Uhr |

Die hohen Nutzerzahlen bei sozialen Netzwerken wie Myspace oder Facebook machen diese Websites zu einer Fundgrube für Datendiebe, weil etliche Nutzer zu viele persönliche Informationen preisgeben, die sich missbrauchen lassen.

Die oft noch recht jungen Nutzer auf Websites wie Myspace oder Facebook machen sich offenbar wenig Gedanken über den möglichen Missbrauch der persönlichen Daten, die sie freigiebig in ihren Nutzerprofilen veröffentlichen. Datendiebe kombinieren solche Informationen mit Daten aus anderen, im Internet frei verfügbaren Quellen und erhalten auf diese Weise umfangreiche Datensätze, mit denen sie sich zum Beispiel Leistungen auf fremdem Namen erschleichen oder weitere, nicht-öffentliche Daten über diese Personen herausfinden können.

Die britische Niederlassung des US-Unternehmens Equifax , Dienstleister für Kreditinformationen, warnt vor dem allzu freigiebigen Umgang mit persönlichen Daten im Internet, besonders auf so genannten Social-Networking-Sites wie etwa Myspace oder Facebook. Wer zum Beispiel angibt, wann er in den Urlaub fährt, signalisiert Einbrechern, wann sie freie Bahn haben. Mit der Kenntnis von Geburtsdatum und voller Adresse können Kriminelle im Namen dieser Personen Auskünfte bei Behörden oder Banken einholen und Waren oder Dienstleistungen bestellen.

Equifax empfiehlt die Beachtung einiger Grundregeln bei der Nutzer sozialer Netzwerke:

- Veröffentlichen Sie weder Ihr Geburtsdatum noch den Mädchennamen Ihrer Mutter oder die Namen von Haustieren. Solche Namen werden oft auch als Passwörter verwendet.
- Konfigurieren Sie Ihr Nutzerprofil so, dass nur enge Freunde darauf zugreifen können.
- Veröffentlichen Sie nicht Ihre Urlaubstermine oder wann Sie allein zu Hause sind.
- Potenzielle Arbeitgeber oder Partner suchen oft auf solchen Websites nach Informationen - veröffentlichen Sie also nichts, was Ihre Chancen auf einen neuen Job oder eine Partnerschaft gefährden könnte.
- Seien Sie vorsichtig mit neuen Online-Bekanntschaften - ein Foto kann gefälscht sein, der/die neue Bekannte ganz andere Absichten haben, als er/sie angibt.

Nishad Herath von McAfee AVERT schlägt im Blog der McAfee-Sicherheitsabteilung in die gleiche Kerbe. Fremde Menschen können sich etwa durch Wissen über vermeintlich gemeinsame Bekannte Ihr Vertrauen erschleichen. Die möglichen Gefahren reichen von jeder Menge Ärger über finanzielle Verluste bis zu sexuellem Missbrauch.

Weder Equifax noch Nishad Herath wollen Ihnen von der Nutzung solcher Websites abraten - Sie sollten jedoch bei jeder Information, die Sie online über sich preisgeben, zweimal abwägen, ob das gerade wirklich nötig ist und welche Risiken Sie damit eingehen.

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