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Sony will PS3-Käufer wegen Linux-Debakel entschädigen

22.06.2016 | 16:11 Uhr |

Viele Playstation-3-Besitzer werden für die gestrichene Linux-Unterstützung eine Entschädigung erhalten.

Mit einem Firmware-Update hatte Sony im März 2010 die Linux-Unterstützung der Playstation 3 entfernt. Viele Jahre später hat sich Sony nun dazu entschlossen, die betroffenen Playstation-3-Besitzer zu entschädigen. Eine entsprechende Vereinbarung haben die Sony-Anwälte in den USA mit den Anwälten getroffen, die rund 10 Millionen Playstation-3-Besitzer vertreten. Das berichtet Arstechnica.com mit Verweis auf die Einigung, die im PDF-Format hier vorliegt.

Die Einigung sieht vor, dass die Playstation-3-Besitzer, die Linux bereits auf der Konsole einsetzten und durch das Firmware-Upgrade Linux nicht mehr weiter nutzen konnten, eine Entschädigung von 55 US-Dollar (etwa 49 Euro) erhalten sollen. Gamer, die die Playstation 3 nur erworben hatten, weil Sony sie mit der Funktionalität "Linux-Unterstützung" bewarb, sollen mit jeweils 9 US-Dollar (etwa 8 Euro) entschädigt werden.

Die Entschädigung soll allen US-Besitzern des ursprünglichen Playstation-3-Modells (auch "Fat PS3" genannt) zustehen, die in den USA leben und das PS3-Modell zwischen dem 1. November 2006 und dem 1. April 2010 erworben hatten. Wer die 55 US-Dollar erhalten will, der muss unter Eid bestätigen, dass er Linux auf der Playstation 3 genutzt hat und Sony die Seriennummer seiner Playstation 3, seine Playstation Network-ID und einen Beweis für die Nutzung von Linux liefern. Die 9 US-Dollar sollen die Playstation-3-Besitzer erhalten, die angeben, die Konsole nur erworben zu haben, weil sie von der Möglichkeit wussten, auf der Konsole ein anderes Betriebssystem installieren zu können oder die angeben, durch das März-2010-Update eine für sie wesentliche Playstation-3-Funktion verloren zu haben.

Das zuständige kalifornische Gericht hat die Einigung noch nicht genehmigt. Die entsprechende Verhandlung wird erst am 19. Juli 2016 stattfinden. Sony hatte die Entfernung der Linux-Unterstützung der Playstation 3 mit "Sicherheitsbedenken" begründet.

Wieviel die Einigung Sony letztendlich kosten wird, ist dem Einigungsvorschlag nicht zu entnehmen. Die Anwälte, die den Fall durchgefochten haben, erhalten aber 2,25 Millionen US-Dollar von Sony.

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