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Sony verliert gegen Modchip-Anbieter

10.10.2005 | 16:29 Uhr |

Modchips für Spielekonsolen sind praktisch, denn Geräte mit einer solchen Modifikation sind Region-free, kommen also auch mit importierten Spielen oder DVDs zurecht. Dies und der Umstand, dass durch Modchips auch Raubkopien auf den Geräten laufen, verärgert aber die Hersteller der Konsolen. Sony hat nun in letzter Instanz gegen einen Modchip-Anbieter verloren.

Modchips für Konsolen sind den Herstellern ein Dorn im Auge. Mit Hilfe dieser Umrüstung lassen sich beispielsweise Raubkopien nutzen, aber auch importierte Spiele oder DVDs. Fans von Nischentiteln, die in Europa kaum veröffentlicht werden, kommen um eine solche Zusatzhardware meist nicht herum. Die Hersteller der Konsolen vertreten auf der anderen Seite die Ansicht, dass Modchips einen unerlaubten Eingriff in die Hardware der Geräte darstellen und beschreiten häufig den Klageweg. In Australien hat Sony nun einen Prozess in diesem Zusammenhang endgültig verloren.

Das Unternehmen von Eddy Stevens repariert Playstation-Konsolen und rüstet diese auch mit Modchips aus. Wegen Urheberrechtsverletzung wurde Stevens im Jahr 2001 von Sony verklagt. Danach folgte eine vierjährige Berg- und Talfahrt, bei der zunächst im Jahr 2002 für den Beklagten und ein Jahr später vor einem Berufungsgericht gegen Stevens entschieden wurde.

In der letzten Instanz hat nun der High Court of Australia entschieden, dass die Modifikation von Playstation-Konsolen, um importierte Spiele nutzen zu können, nicht gegen australische Urheberrechtsgesetze verstößt. Zwar sei die Anfertigung einer Raubkopie illegal, das Spielen eines (legal erworbenen) Spiels unter Zuhilfenahme eines Modchips aber nicht, so das Gericht.

Stevens zeigte sich ob der Entscheidung erleichtert und bezeichnete das Urteil als Sieg für die Anwender, seine Anwälte sprachen gar von einem "Meilenstein". Nathan Mattock, einer der Anwälte von Stevens, meinte: "Glücklicherweise hat das Gericht einen multinationalen Konzern davon abgehalten, die Rechte der Konsumente weiter zu untergraben. Es ist ein großartiger Sieg für den 'kleinen Mann der Straße'".

Sony wurde dazu verurteilt, die Kosten des Verfahrens zu tragen. Diese werden auf mehrere hunderttausend australische Dollar geschätzt.

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