10.04.2012, 16:20

Benjamin Schischka

520 Milliarden

Sony schockt mit Rekordverlust

Aus dem Kamera-Segment: Sony Nex

Playstation 3, 3D-Fernseher, Vaio-Laptops, DSLRs – das Produktspektrum von Sony ist breit aufgestellt. Trotzdem machen die Japaner offenbar herbe Verluste.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters mitteilt, soll der Elektronikkonzern Sony 2011/2012 tiefrote Zahlen geschrieben haben. 520 Milliarden Yen – also rund 4,9 Milliarden Euro – betrage der Verlust für das vergangene Geschäftsjahr. Als Grund gibt Sony unter anderem Steuerlasten in den USA an. Derweil versuche es Sony-Chef Kazuo Hirai mit Optimismus. Im neuen Geschäftsjahr solle Sony laut Hirai1,7 Milliarden Euro operativ verdienen.
 
Weniger optimistisch dürften indessen die Sony-Mitarbeiter sein, denen eine Kündigung droht. Sony will angeblich 10.000 Mitarbeiter entlassen. Das entspräche rund sechs Prozent der Mitarbeiter von Sony weltweit. Und laut Reuters schrecke Hirai nicht vor schmerzhaften Schritten zurück, um Sony wieder auf Erfolgsspur zu bringen. Die offizielle Bekanntgabe der Entlassungen soll im Rahmen einer Investoren-Konferenz am kommenden Donnerstag stattfinden.
 
Vor allem beim Verkauf von Fernsehern leidet Sony unter hohem Konkurrenzdruck. In den letzten zehn Jahren soll der Konzern 7,6 Milliarden Euro Verlust alleine in dieser Sparte eingefahren haben. Auf der Investoren-Konferenz am Donnerstag soll Kazuo Hirai seine Zukunftsstrategie erläutern. Angeblich plant er den Einstieg in die Medizintechnik.
 
Zuletzt hat Sony in Europa seine portable Spielekonsole Playstation Vita eingeführt. Wir haben die Konsole ausprobiert. Die Hardware beeindruckt: 5 Zoll großes Display, Quadcore-CPU und 512 MB RAM. Doch schon jetzt gibt es Smartphones, die Ähnliches leisten. Überhaupt sind Smartphones – neben Nintendos 3DS – die größten Konkurrenten der Vita. Es wird sich noch zeigen, ob Smartphone-Besitzer zum Spielen ein weiteres Gerät herumtragen wollen. Und ob Gamer bereit sind, die teils recht hohen Preise für Vita-Spiele zu zahlen. In Japan wurden schon kurz nach der Einführung die Preise für die Playstation Vita gesenkt. Angeblich wegen geringer Nachfrage.
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