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UIQ war schlechte Wette und Xperia X1 nur Experiment

Von Sony Ericsson gibt es wieder schlechte Nachrichten. Dem Joint-Venture fehlt eine Milliarde Dollar und das Smartphone Xperia X1 war nur ein "Experiment", das schiefgegangen ist. So lassen sich einige Interviews der Financial Times mit Managern des taumelnden Handyhersteller zusammenfassen.

Der CEO von Ericsson , Carl-Henric Svanberg, hält es für wahrscheinlich, dass der Handyhersteller neues Kapital benötigt. Seine Firma bereitet sich schon darauf vor, während Sony noch sagt, dass es zu früh für finanzielle Hilfen sei. Wenn das Gemeinschaftsunternehmen aber Geld benötige, sei auch Sony darauf vorbereit, Kapital nachzuschießen.

Der japanischen Finanzdienstleister Nomura hat ausgerechnet, dass Sony und Ericsson ihr gemeinsames Handygeschäft in diesem Jahr mit einer Milliarde Dollar unterstützen müssen. Das deckt sich mit einer Schätzung der Investmentbank JP Morgan , die einen Jahresverlust von einer Milliarde Dollar für Sony Ericsson erwartet. Im ersten Quartal lag der Nettoverlust schon bei 293 Millionen Euro. Berichte über eine Trennung von Sony hat Ericsson aber zurückgewiesen.

Der Chef von Sony Ericsson, Hideki "Dick" Komiyama, hat zugegeben, dass sein Job sehr hart und "manchmal ein Schmerz im Hintern" ist. Der Handyhersteller habe einige Fehler gemacht, die zu dem starken Rückgang seiner Verkäufe führten. Einer davon war das Sony Ericsson Xperia X1, das eigentlich das Flaggschiff werden und dem iPhone Marktanteile abknöpfen sollte. Der Financial Times sagte Komiyama jetzt, das Smartphone mit Windows Mobile war "nur so eine Art Experiment". Auch die grafische Benutzeroberfläche UIQ, die nur Sony Ericsson und das Krisenopfer Motorola einsetzten, sei eine "schlechte Wette" gewesen.

Sony Ericsson hoffe jetzt, am Jahresende zwei neue Smartphones herauszubringen und ein drittes Anfang 2010. Sie können die Firma "retten oder endgültig ruinieren", kommentiert die Financial Times. Als Betriebssysteme kommen Symbian, Android und Windows Mobile zum Einsatz. Erste Analysten warnen bereits, dass Sony Ericsson sich mit den Smartphones auf einen zu kleinen Marktbereich konzentriert und seine Kosten in die Höhe treibt, indem es drei verschiedene Betriebssysteme verwendet.

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