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Sony Ericsson M600i: schlankes Schreibtelefon mit UIQ3.0

04.04.2006 | 18:03 Uhr |

Ein neues Messaging-Phone von Sony Ericsson gibt sich heute die Ehre. Das M600i (Codename: Lily) ist ein auf Symbian 9.1 basierendes Smartphone mit halber QWERTZ-Tastatur und großem Display.


Als Bedienplattform kommt das neue, auch beim P990i (Codename: Hermione) verwendete UIQ3.0 zum Einsatz, das unter anderem über eine deutlich höhere Betriebsgeschwindigkeit, verbessertes Multitasking und neue PIM-Verwaltungsfunktionen verfügt. Das Display misst 240x320 Pixel, stellt Farben aus einem 18-Bit großen Farbraum dar (262.144 Farben) und dient gleichzeitig als Touchscreen zur Eingabe von Informationen. Bei der Tastatur handelt es sich um eine dem Blackberry 7100 ähnliche QWERTZ-Variante, mit der sich in der Regel über zwei Tastendrucke alle Zeichen des Alphabets erreichen und dank entsprechender Wörterbuchfunktionalität die Worte vervollständigen lassen.

Bei den Bedienelementen setzt Sony Ericsson vollständig auf Understatement: statt eines Joysticks oder Navkeys kommt beim M600i lediglich ein 3-Wege-Jogdial - das Pendant des beliebten Scrollrädchens beim Blackberry - zum Einsatz. Auch die Dimensionen des Geräts können sich sehen lassen: mit 15mm Tiefe ist das M600i fast genauso schmal wie seine Konkurrenten Nokia E61 (S60) oder Motorola Q (Windows Mobile 5.0).

Insbesondere die Connectivity macht das M600i zum besseren Blackberry: über UMTS und Opera-Browser gehts ins Internet, E-Mails lassen sich über die gängigen (und auch weniger gängigen) Push-Mail-Provider in Echtzeit empfangen, darunter RIM Blackberry connect, Microsoft Exchange ActiveSync und IntelliSync. Wer nicht über einen Push-Mail-Account verfügt, kann auch POP/SMTP-Server oder IMAP-Postfächer mit dem M600i kontrollieren. Ab Werk steht dem M600i außerdem eine vollständige Office-Suite zur Seite, mit der sich beispielsweise Attachments im Powerpoint-, Word- oder Excel-Format anzeigen und bearbeiten lassen.

Adobes PDF-Format wird natürlich nur gelesen. Gefunkt wird darüber hinaus via Bluetooth, Infrarot oder GPRS. Dank eines Fast-Ports lässt sich das M600i an einen PC anschließen und synchronisieren oder als Massenspeicher betreiben.

Etwas neues hat sich Sony Ericsson bei der Speicherlösung einfallen lassen: nachdem in den letzten Monaten das SD-Card kompatible Transflash- oder microSD-Format immer weiter an Boden gewann, musste auch der Memory Stick geschrumpft werden. So steht dem M600i neben einem beachtlichen internen Speichausbau von 80MB RAM auch die Erweiterungsmöglichkeit über sog. Memory Stick Micro-Kärtchen (M2) zur Verfügung: in die Schachtel legt der Hersteller stets einen Stick mit 64MB Kapazität, über die maximale Ausbaustufe der M2-Sticks ist uns momentan nichts bekannt.

Die Multimedia-Funktionen müssen trotz des Business-Fokus in gewohnter UIQ-Manier nicht zurückstecken. Zwar verfügt das M600i nicht über eine integrierte Digitalkamera, kann aber ebensogut wie die Endgeräte der Walkman-Klasse 40-stimmige polyphone Ringtones, MP3- und AAC-Files wiedergeben; selbst der MegaBass-Modus hat seinen Weg ins M600i gefunden. Die Menüführung wird von zwei integrierten Vektorgrafik-Komponenten unterstützt: sowohl ein SVG Tiny(V1.1)-Player (vermutlich Ikivos) als auch ein FlashLite-Player von Macromedia dienen unter anderem zur Wiedergabe von gestochen scharfen interaktiven bewegten Bildern.


Die größte Stärke des M600i liegt natürlich - wie bei allen Smartphones - in seiner Erweiterbarkeit. Dank dokumentierten APIs lassen sich relativ leicht Branchenlösungen auf die UIQ-Plattform portieren, um auch speziellen Anforderungen von Geschäftskunden gerecht werden zu können. Allerdings darf man zunächst nicht mit einer überwältigenden Auswahl an Software fürs M600i (oder P990i) rechnen, denn viele Programme, die auf UIQ2.1 noch liefen, müssen fürs neue System ggf. angepasst werden.

Wer für den jüngsten Wurf des in Großbritannien ansässigen Herstellers Sony Ericsson Pate stand, dürfte nicht schwer zu erraten sein: Nokia bietet ab demnächst ein S60-Device names E61 an, das in unmittelbarer Konkurrenz zum M600i steht und über ein größeres Display, einen Joystick und eine vollständige QWERTZ-Tastatur sowie WLAN-Connectivity verfügt. Motorolas Q auf Windows Mobile-Basis ist ebenfalls ein ernstzunehmender Konkurrent: auch er verfügt über eine vollständige Tastatur und ist noch 4mm dünner als das M600i. Auch der Marktführer wird sich nur ungern die Butter vom Brot nehmen lassen: RIM bringt derzeit seine neuen Blackberrys der 8700er-Serie unters Volk, die zwar nicht mit der vielfältigen Connectivitiy und der Offenheit eines Symbian-Systems mithalten können, aber immer den Charme des "Originals" behalten werden.

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