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Entwickler wechseln von Wii zu PS3

21.02.2010 | 14:35 Uhr |

Nintendo verliert nach Meinung von Konkurrent Sony externe Entwickler für seine populäre Konsole Wii. Zwar fahre Wii mit hauseigenen Games große Erfolge ein, doch Dritt-Entwickler würden Nintendo zunehmend davonlaufen und lieber zu Sonys PS3 wechseln, weil sich die externen Spiele dort offenbar besser verkaufen.

Diese Ansicht vertritt unter anderem Rob Dyer, Senior Vice President Publisher Relations bei Sony, wie Cnet berichtet. "Publisher sagen, sie wollen keine Ressourcen mehr für Wii verschwenden. Wenn ich Entwickler frage, wo setzt ihr eure Ressourcen ein, dann lautete die Antwort früher - schau wie heiß die Wii ist", sagt Dyer in einem Interview. Inzwischen hätte sich das aber geändert und viele erkannt, dass sich extern entwickelte Games nicht gut über diese Plattform verkaufen. Jetzt würden die Publisher alle zu Sony zurückkommen.

Offenbar hat Sony derzeit auch leichtes Spiel. Wie Dyer meint, muss sich die PS3 nicht darum bemühen, Entwickler zu gewinnen. Es müsse nur darauf hingewiesen werden, welche Games sich auf Nintendos Konsole am besten verkaufen und schon sei die Sache klar, so Dyer. Auch wenn Aussagen von Konkurrent Sony in Richtung Nintendo vielleicht an mancher Stelle überzogen bzw. nicht ganz objektiv sind, so steckt dahinter doch ein ernstes Thema. Sollte die Wii tatsächlich langjährige Partner verlieren, so könnte die Konsole in Bedrängnis geraten. Denn in der Regel verlassen sich Konsolenhersteller auf ihre etablierten Videospiel-Kataloge und brauchen diese auch, um stabile Verkäufe zu erzielen.

In den vergangenen Monaten sollen sich außerdem diverse Unternehmen aus der Branche über Nintendo beschwert haben, weil der japanische Konzern seine externen Publisher offenbar nicht ausreichend unterstützt. Auch die Verkaufszahlen der Wii sahen zeitweise recht enttäuschend aus, was in der Branche für Kopfzerbrechen sorgte. Dabei wurde auch kritisiert, dass zu wenige prestigeträchtige Software-Titel für die Konsole erschienen seien.

"Um ehrlich zu sein, ich denke, Wii war ein wenig schwächer als wir zuvor gedacht hatten", sagte etwa John Riccitiello, CEO von Electronic Arts (EA), im Zuge einer Telefonkonferenz im September vergangenen Jahres. Laut dem CEO waren nur sehr wenige Multiplattform-Spiele bisher auf der Wii erfolgreich. EA und Nintendo müssten dieses Problem gemeinsam anpacken.

Verkaufszahlen bestätigen Behauptungen

Verkaufszahlen der vergangenen Monate bestätigen zumindest, dass Nintendo hauptsächlich mit eigenen Titeln erfolgreich ist und die Wii von eigenen Titeln dominiert wird. Für externe Entwickler hat sich die Situation seit Riccitiellos Kritik nicht geändert. Für die PS3 ist das allein jedoch auch kein Grund zum Jubeln. Denn auch wenn einige Entwickler zu Sony überlaufen, so ist Microsoft mit seiner Xbox 360 in Sachen Konsolenverkäufe noch immer weit voraus und viele Entwickler schätzen diesen Umstand.

(pte)

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