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Sony-Chef Stringer: Blu-ray-Kapazität entscheidender Vorteil

26.06.2006 | 13:10 Uhr |

Die Schlacht zwischen HD-DVD und Blu-ray entwickelt sich immer mehr zum Krieg der Worte. Nun hat Sony-Chef Howard Stringer wieder einmal die Vorzüge von Blu-ray betont und sieht "das Pendel in Richtung Blu-ray" schwingen.

Wenn man Anwender schon nicht mit Geräten locken kann (Sonys erster Blu-ray-Player ist in den USA erneut um mehrere Monate auf Oktober verschoben worden), müssen Argumente her, die potenzielle Käufer zum Warten verleiten sollen. So erklärte Howard Stringer, Chef von Sony , auf einer Konferenz in Tokio, dass vor allem die höhere Speicherkapazität der entscheidende Vorteil des Formats gegenüber HD-DVD sei.

"Ich spüre, dass das Pendel ausschlägt", so Stringer. "Es schwingt aus einem klaren Grund und dieser ist: Wenn Sie eine neue Technologie auf den Markt bringen, setzen Sie auf günstigere, vorübergehende (Technik), oder nutzen Sie die Möglichkeit für eine zukunftssichere Hochtechnologie, die für viele, viele Jahre ausreichen wird?".

Multichannel Audio, verschiedene Sprach-Tonspuren und interaktive Inhalte werden aus Sicht von Stringer die Datenmenge erhöhen, die auf den Discs benötigt wird. Demzufolge werden die Hollywood-Studios erkennen, dass eine Blu-ray-Disc mit 50 GB ihre Anforderungen besser erfüllt, als eine Dual-Layer HD-DVD mit 30 GB.

"Diese Kapazität, die noch vor einem Jahr als zu luxuriös angesehen wurde, wird anscheinend plötzlich absolut notwendig", so Stringer.

Allerdings muss in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass die so oft ins Feld geführten Blu-ray-Discs mit 50 GB Kapazität noch gar nicht erhältlich sind, ebenso wenig wie HD-DVDs mit 30 GB Speicher. TDK beispielsweise will Blu-ray-Discs mit 50 GB erst im Laufe des Jahres veröffentlichen, eine Disc (einmal beschreibbar) soll dabei nach derzeitigem Stand rund 48 US-Dollar kosten.

Im Grunde werden aber nicht irgendwelche Studios oder Hersteller entscheiden, welches Format "gewinnt" sondern letztlich die Anwender selbst. Denn selbst wenn Blu-ray-Medien mehr Kapazität bieten, wird kein Studio verstärkt Filme darauf veröffentlichen, wenn kaum Blu-ray-Player verkauft werden. Für HD-DVD gilt natürlich das gleiche. Damit Sie nicht unnötig Geld versenken, hilft um Grunde nur folgender Rat: Kaufen Sie im Moment einfach weder Blu-ray- noch HD-DVD-Geräte. Denn dann dürften Kombi-Geräte, die beide Formate abspielen, schneller auf den Markt kommen, als man "DVD-Nachfolgeformat" aussprechen kann. Samsung und LG beispielsweise arbeiten bereits an solchen Geräten.

Samsung denkt über HD-DVD/Blu-ray-Kombigerät nach (PC-WELT Online, 21.06.2006)

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