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Sonopia: Mobilfunk-Anbieter als Nebenjob

Mit dem US-Anbieter Sonopia ist es in den USA ab sofort auch für Privatpersonen möglich, innerhalb weniger Minuten einen MVNO zu gründen und einen eigenen Mobilfunk-Tarif anzubieten. Reich wird man damit allerdings nicht, nur fünf Prozent des Umsatzes bleiben in der eigenen Tasche.

Der Markt für mobile Kommunikation erlebt seit Mitte der 90er Jahre ein weltweites Wachstum. Während die meisten Industrienationen bereits übersättigt sind - jeder Einwohner besitzt rechnerisch mindestens ein Mobiltelefon - konzentrieren sich die Netzbetreiber jetzt verstärkt auf sog. Schwellen- und Entwicklungsländer.

Der Wandel in der westlichen Mobilfunkwelt bringt auch die Entstehung von Nischenanbietern mit sich, die sich im Gegensatz zu herkömmlichen Netzbetreibern auf eine bestimmte Zielgruppe konzentrieren. Während mit dem einen Anbieter besonders günstig SMS verschickt werden können, ermöglicht die Konkurrenz preiswerte Telefonate ins Ausland. Einen Schritt weiter geht der US-Anbieter Sonopia. Der Geschäftsidee des vor zwei Jahren gegründeten Unternehmens liegt zugrunde, dass jeder US-Bürger, egal ob gewerblich oder privat, als Mobile Virtual Network Operator (MVNO) am Markt auftreten kann.

Soll bedeuten: Jeder hat die Möglichkeit Provider zu werden, von der Realisierung ist er nur wenige Mausklicks entfernt. Alles, was der künftige AT&T-Konkurrent tun muss, ist sich einen passenden Namen für den Anbieter zu überlegen sowie die Konditionen für Telefonate festzusetzen. Um die Abrechnung, Verwaltung und Kundenbetreuung kümmert sich Sonopia. Innerhalb der kommenden zwei Jahre sollen auf diese Weise rund 10.000 Anbieter entstehen.

Analysten erwarten, dass in wenigen Jahren mehr als zehn Millionen US-Bürger über einen solchen Anbieter kommunizieren werden. Grund dafür sei die engere Verbundenheit mit den kleinen zielgruppenorientierten Anbietern, da sich manche Mobilfunknutzer "bei Massenmarken nicht zu Hause fühlen und die Identität einer kleinen Gruppe suchen. Solche Kunden sind extrem loyal", so David Chamberlain vom Marktforscher In-Stat.

Viel verdienen läßt sich mit dieser Geschäftsidee allerdings nicht - es sei denn, man arbeitet für Sonopia. Schließlich müssen sich die neuen Anbieter mit fünf Prozent des Gesamtumsatzes zufrieden geben, den Rest teilen Verizon und Sonopia unter sich auf. Bis in Deutschland ein vergleichbares Geschäftsmodell realisert werden kann, wird es noch einige Zeit dauern. Bislang bietet vistream für verschiedene Betreiber ein deratiges kommerzielles Produkt an.

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