109676

Sonnet gelobt Besserung und kündigt Powerusern

01.09.2000 | 12:37 Uhr |

Nur 10 Prozent der Sonnet-Nutzer sollen Einwahlprobleme haben. Davon geht jedenfalls Sonnet aus. Die Rechenspielchen, die Sonnet auch sonst so aufzählt, lassen vielen Sonnet-Nutzern sicherlich die Haare zu Berge stehen. Immerhin wird in Kürze eine Lösung versprochen - diese wird Sonnet-Kunden allerdings noch mehr verärgern.

Nachdem die PC-WELT noch mehr Details über die Einwahlprobleme von Sonnet berichtet hat, legt Sonnet nun ein neues offizielles Statement vor.

Sonnet holt in ihrem Statement zum Gegenschlag aus. So wird darin betont, dass man mit einer durchschnittlichen Online-Zeit der Nutzer von drei bis vier Stunden pro Tag gerechnet habe. "Dies war sehr hoch gerechnet", so Sonnet. Tatsächlich seien aber 80 Prozent der Netzkapazitäten von Powerusern belegt, die teilweise 15 bis 24 Stunden Online sind.

Sonnet habe zwar noch genügend Netzkapazitäten, aber die Dial-In Kapazitäten bei den Carriern könnten nicht zur Verfügung gestellt werden. Durch ein rigoroses Vorgehen gegen die Poweruser sollen die Einwahlprobleme der Sonnet-Kunden behoben werden.

Doch was ist nun ein Poweruser? Surft ein Kunde mehr als vier Stunden - ist er dann ein Poweruser? Welchen Sinn macht eine Flatrate, wenn der Nutzer sie nicht zu jeder gewünschten Zeit so lange er möchte nutzen kann?

Wer nicht weiß, ob er für Sonnet ein "Poweruser" ist, der wird es in den nächsten Tagen merken. Denn Sonnet will allen "Powerusern" kündigen. Man habe diese "Poweruser" mehr als 30 Tage beobachtet und ziehe jetzt die Konsequenzen, in dem man sich von den "Powerusern trenne", so Sonnet.

Außerdem will Sonnet in der nächsten Zeit keine neuen Nutzer mehr aufnehmen. Daher werden alle Interessierten um Geduld und Verständnis gebeten.

PC-WELT hatte herausgefunden, dass die Telekom nichts mit den Problemen von Sonnet zu tun hat. Sonnet hatte zwar nie offiziell die Telekom beschuldigt, allerdings fiel der Name Telekom immer bei anonymen Anrufen bei der Support-Hotline und in den Mails vom Sonnet-Support.

Der Zugang für Sonnet wird vielmehr durch MCI WorldCom bereit gestellt. WorldCom betonte allerdings auf Anfrage der PC-WELT, dass genügend Kapazitäten frei wären und es an Sonnet läge, diese hinzuzukaufen. (PC-WELT, 01.09.2000, pk)

Offizielles Statement von Sonnet zum Thema Einwahlprobleme

Sonnet-Einwahlprobleme: Werden Informationen zurück gehalten? (PC-WELT Online, 31.08.2000)

Sonnet reagiert auf PC-WELT Bericht (PC-WELT Online, 24.08.2000)

Sonnet-Flatrate hat Einwahlprobleme (PC-WELT Online, 23.08.2000)

PC-WELT Service: Flatrates im Überblick

0 Kommentare zu diesem Artikel
109676