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Sonnet-Flatrate wurde abgeschaltet

21.09.2000 | 18:09 Uhr |

Das muntere Flatrate-Sterben hat nun wohl sein prominentestes Opfer gefordert: Sonnet. In der Nacht vom 21. zum 22. September stellt Sonnet seine Flatrate ein. Allen Mitgliedern, die am 20. September noch aktiv waren, zahlt Sonne die Gebühren für ihren laufenden Monatsvertrag zurück. Noch im Laufe der nächsten Woche sollen die Gutschriften auf den Konten der Kunden eingehen.

Das muntere Flatrate-Sterben hat nun wohl sein prominentestes Opfer gefordert: Sonnet. In der Nacht vom 20. zum 21. September stellte Sonnet seine Flatrate ein. Allen Mitgliedern, die am 20. September noch aktiv waren, zahlt Sonne die Gebühren für ihren laufenden Monatsvertrag zurück. Noch im Laufe der nächsten Woche sollen sollen die Gutschriften auf den Konten der Kunden eingehen.

Vor einigen Monaten war Sonnet, die von Versatel betriebene Flatrate, mit großem Tra-ra und einer massiven Werbekampagne in Print und TV auf den deutschen Markt gekommen, nach dem in anderen europäischen Ländern ein ähnliches Konzept erfolgreich etabliert werden konnte. Die Eigenheiten des deutschen Telekommunikations-Marktes konnte Sonnet allerdings nicht Gewinn bringend nutzen. Und so zieht Sonnet jetzt die Notbremse und nimmt ihre Flatrate vom Markt.

Die massiven Einwahlprobleme der Mitglieder von Sonnet, hatten die Flatrate unter Beschuss geraten lassen. Dieses Problem konnte Versatel nicht lösen. In einer Mail an alle Mitglieder, wird das Dial-In Problem auch als maßgeblicher Grund für die jetzige Einstellung der Flatrate genannt. "In Anbetracht der aktuellen Interconnection-Situation und der extrem hohen Auslastung unserer Dial-In-Ports sehen wir uns aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen unser Angebot 'Internet zum Festpreis' fuer monatlich 79,- DM auszusetzen", heißt es in der Mail an alle Sonnet-Kunden

In einem offiziellen Schreiben auf den Webseiten von Sonnet, wird der Deutsche Telekom die Schuld daran gegeben, dass Sonnet nicht weiterbestehen kann. "Unter den gegebenen Umständen der minutenweisen Interconnectionabrechnung durch die Deutsche Telekom ist es für die Versatel Internet Group wirtschaftlich nicht sinnvoll, weiterhin ein Dial-In Access-Produkt zu einem Festpreis als Bestandteil des Produktes Sonne anzubieten", heißt es in dem offiziellen Statement.

Jetzt soll abgewartet werden, bis eine Entscheidung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post bezüglich eines Großhandelstarifs für Interconnection-Gebühren gefallen ist. "Wir engagieren uns aktiv in der Kooperation Internet ohne Taktung (I.o.T) und sind im Gespräch mit der Regulierungsbehörde. Damit Deutschland national und international in der Internetwirtschaft präsent bleibt, ist es unumgänglich eine pauschale Großhandelsflatrate für Interconnection einzuführen", so Anya Elis, Geschäftsführerin Marketing und Vertrieb der Versatel Internet Group GmbH.

In der Zwischenzeit werde das Sonnet-Team weiter bestehen und an der Weiterentwicklung des Sonne-Dienstes arbeiten. Vor allem werde man an alternativen und bezahlbaren Zugangstechnologien arbeiten und diese sofort in Sonnet integrieren, sobald dies wirtschaftlich tragbar ist.

Alle Sonnet-Kunden können allerdings auch weiterhin alle Dienste des Anbieters nutzen. So können weiterhin auf den Webseiten von Sonnet die Mails abgerufen werden und der kostenlose Webspace genutzt werden. (PC-WELT, 21.09.2000, pk)

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