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Bessere Leistung unter Vista

07.08.2008 | 15:23 Uhr |

Hersteller Samsung will nicht nur in puncto Speicherkapazität das Letzte aus Solid State Disks (SSDs) herauskitzeln. Eine bessere Unterstützung durch das Betriebssystem soll die Leistung der Flashspeicher steigern.

Samsung und Microsoft wollen die Leistung von SSDs unter dem Windows-Betriebssystem Vista optimieren. SSDs unterscheiden sich in der Geschwindigkeit und der Datenspeicherung, von herkömmlichen Festplatten, erklärt Michael Wang, Marketingmanager für den Flashspeicher bei Samsung. Durch die Zusammenarbeit mit Microsoft erhofft sich Samsung eine deutliche Leistungssteigerung der SSDs unter Windows. Zum Beispiel solle am Datendurchsatz und an den Schreib- und Lesezugriffen gearbeitet werden. „Festplatten gehören seit Jahren zum Alltag, und natürlich ist auch Windows daraufhin optimiert.“

Das Betriebssystem ist auf das Speichern und Abrufen von Daten auf Medien mit rotierenden Scheiben ausgerichtet. Samsung möchte in der Kooperation mit Microsoft erreichen, dass Vista SSDs von normalen Festplatten unterscheidet. Auf Details zu dem Deal ging Wang allerdings nicht ein.

SSDs könnten Festplatten langfristig ersetzen, allerdings unterscheiden sich beide in der Speicherkapazität und der Unterstützung durch das Betriebssystem, erklärt Forward-Insights-Analyst Gregory Wong . Windows Vista mache hier Unterschiede. Das Betriebssystem wurde daraufhin optimiert, Festplatten-Daten in kleinere Portionen zu teilen. Die Speichersektoren von SSDs seien aber größer als die von Festplatten. Das Resultat sei eine ineffiziente SSD-Leistung.

„Ich nehme an, Samsung und Microsoft arbeiten daran, dass Vista eine SSD mit 4 Kilobyte Sektoren-Größe von einer Festplatte mit 512 Bytes unterscheidet“, erklärte Wong. Sun und Samsung kooperieren bereits, um die Unterstützung von Flashspeichern beim Meta-Dateisystem ZFS (Zettabyte File System) zu erhöhen. Das System ist Bestandteil von Solaris OS und soll auch von Apples künftigem Mac OS X 10.6, Codename Snow Leopard, unterstützt werden. Sun will die Lebensdauer und Leistung von SSDS in ZFS-basierten Betriebssystemen erhöhen. Beispielsweise sollen Defragmentierfunktionen für SSDs hinzukommen, die Daten auf bestimmte Art anordnen, um die Zugriffszeit zu verringern.

Bislang hielt man Flashspeicher für Defragmentierung ungeeignet, da sie nur begrenzt schreib- und lesefähig sind. Samsung und Sun hatten im Juli jedoch einen 8-Gigabyte-Flashspeicher angekündigt, der 500.000 statt der üblichen 100.000 Schreib-Lese-Zyklen erreichte. Dadurch wird die Defragmentierung bei SSDs wahrscheinlicher, was sich positiv auf das Zwischenspeichern auswirken und schnellere Datenzugriffszeiten ermöglichen würde. Ende des Jahres will Sun erste Server mit SSDs ausstatten.

Samsung wird laut Wang im Herbst 128-Gigabyte-Flashspeicher auf den Markt bringen, Ende des Jahres sollen 256-Gigabyte-SSDs in Produktion gehen. Die Speicherkapazität der Medien verdoppele sich alle zwölf Monate. Demnach wäre eine SSD mit 512 Gigabyte Kapazität absehbar, auch wenn Wang dies weder bestätigen noch abstreiten wollte. „Das hängt von den Kosten und der Nachfrage ab“, erklärte er.

Samsung arbeite außerdem daran, den Strombedarf von SSDs zu verringern, ihre Lebensdauer dagegen durch bessere Controller-Algorithmen zu erhöhen. Obwohl im Flashspeicher-Bereich ständig technische Fortschritte erzielt würden, werde im Vergleich SSD gegenüber konventioneller Festplatte weiterhin der Preis pro Gigabyte eine Rolle spielen, wendet Forward-Insight-Analyst Wong ein.

„Der Preis pro Gigabyte einer 2,5-Zoll-SSD ist etwa fünfmal so hoch wie der einer konventionellen Festplatte“, sagte er. Der Preisunterschied sei hauptsächlich im Consumerbereich relevant, wo PC-Hersteller wie Apple, Dell und HP auf Flashspeicher in Notebooks setzen.

Laut Michael Wang von Samsung arbeite das Unternehmer mit PC-Herstellern zusammen, um Formfaktoren für Flashspeicher zu entwickeln, die in verschiedene Notebook-Modelle passen. Im Serverbereich wäre die höhere Leistung von SSDs von Vorteil, erklärte Michael Cornwell, Flash-Experte bei Sun, kürzlich in einem Interview. Vor allem Web-2.0-Anwendungen würden den Einsatz von SSDs in Servern vorantreiben, da Flashspeicher hier mit schnelleren Zugriffen und höherer Stromeffizienz im Vergleich zu Festplatten punkten.

Viele Server-Anbieter einschließlich Hewlett Packard planen, SSDs in ihren Servern einzusetzen. Samsung arbeite mit PC-Herstellern und Server-Anbietern an der Implementierung, erklärte Wang. „In den meisten Rechenzentren braucht es etwas Zeit, eine neue Technologie einzusetzen und ihre Vorteile zu erkennen.“

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