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Solar-Handy von Motorola

28.05.2007 | 15:09 Uhr |

Handyhersteller Motorola hat spezielle LC-Displays zum Patent angemeldet, hinter deren Oberfläche Licht in Energie umgewandelt werden kann. Somit könnten Ladegeräte für Mobiltelefone schon bald der Vergangenheit angehören.

Hinter den von Motorola entwickelten LC-Displays lassen sich Solarzellen verbauen, die Handys und andere Mobilgeräte mit Strom versorgen können. Ziel der Techniker sei eine Effektivitätssteigerung, die es ermöglicht, den Akku allein mit Sonnenlicht aufladen und somit auf zusätzliche Ladegeräte gänzlich verzichten zu können.

Im Vergleich zu ähnlichen Ansätzen anderer Hersteller, die Solarzellen lediglich in das Ladegerät integrieren wollen, bietet das Konzept von Motorola einen deutlichen Platzvorteil. Die auf die Solarzellen aufgesetzten Displays litten jedoch anfangs noch unter der geringen Lichtdurchlässigkeit, die durch die Verwendung anderer Flüssigkristalle umgangen werden konnte. Die sogenannten cholesterische Flüssigkristalle lassen 75 Prozent der auftreffenden Lichtstrahlen bis zu den Solarzellen durchdringen, so die Entwickler. Herkömmliche Displays erlaubten lediglich eine Lichtdurchlässigkeit von knapp sechs Prozent und damit deutlich zu wenig für eine ausreichende Energieversorgung.

Um das einfallende Licht auch in herkömmlichen LC-Bildschirmen zu den hinter dem Display befindlichen Solarzellen zu leiten, entwickelten die Techniker einen weiteren Weg. Dabei werden Farbreflektoren genutzt, die nur eine bestimmte Farbe zurückwerfen. Alle anderen Farben des Spektrums können den Solarzellen zur Energiegewinnung zugeführt werden. Aus dem Patentantrag geht jedoch hervor, dass mit dieser Methode lediglich eine Lichtdurchlässigkeit von 30 Prozent erreicht werden könne.

Motorola kündigte weiterhin an, dass das angemeldete Patent zur Nutzung von Solarenergie bei Handys eine deutlich kommerziellere und kostengünstigere Möglichkeit biete, als die Konzepte der Mitbewerber. Wann mit ersten Prototypen oder einem Verkaufsstart der neuartigen Mobiltelefone zu rechnen ist, steht jedoch noch nicht fest.

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