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Sojus bringt zwei neue Galileo-Satelliten ins All

11.09.2015 | 12:59 Uhr |

Das europäische Navigationssystem kommt voran: Eine russische Sojus-Rakete hat die Galileo-Satelliten 9 und 10 in den Orbit geschossen. 20 Satelliten fehlen aber noch.

Eine russische Sojus-Rakete ist heute früh vom südamerikanischen Weltraum-Bahnhof Kourou in Französisch Guyana gestartet. An Bord befanden sich zwei Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo.

Galileo ist die europäische Konkurrenzlösung zum US-amerikanischen GPS und zum russischen Glonass sowie zu dem noch im Aufbau befindlichen chinesischen Beidou.

Die Sojus brachte die Galileo-Satelliten Nummer 9 und 10 in die Erdumlaufsbahn auf 23.522 Kilometer Höhe. Die beiden Satelliten wurden auf die Namen Alba und Oriana getauft. Das Darmstädter Bodenkontrollzentrum steuert die beiden Satelliten nun zu ihrer endgültigen Umlaufbahn.

Bis 2020 will die European Space Agency ESA aber insgesamt 30 Satelliten im All betreiben, 20 fehlen also noch. Das europäische Navigationssystem Galileo hat also noch einen langen Weg vor sich. Die nächsten Satelliten werden aber nicht alle von russischen Raketen ins All transportiert, sondern auch von der europäischen Ariane-Rakete. Zum Jahresende 2015 startet noch einmal eine Sojus mit zwei weiteren Satelliten. Anfang 2016 übernimmt dann die europäische Ariane 5 einen Transport. Die Ariane 5 soll mit vier Satelliten an Bord abheben. 2017 und 2018 starten dann eine weiter Sojus und zwei Ariane-5-Raketen mit weiteren Satelliten.
Möglicherweise können die ersten Galileo-Dienste bereits 2016 genutzt werden. Das Galileo-Programm hat sich aber bereits erheblich verzögert. Nach der ursprünglichen Planung sollte Galileo nämlich schon 2008 in Betrieb gehen.

Der Start der Sojus mit zwei Galileo-Satelliten an Bord von Kourou in Französisch-Guyana.
Vergrößern Der Start der Sojus mit zwei Galileo-Satelliten an Bord von Kourou in Französisch-Guyana.
© ESA

Eines der beiden Galileo-Kontrollzentren befindet sich im bayerischen Oberpfaffenhofen. Das andere liegt in Italien. Die Entwicklung des Galileo-Programms kostet rund sechs Milliarden Euro. Für den weiteren Unterhalt sowie die Weiterentwicklung kalkuliert die ESA sieben Milliarden Euro bis 2020 ein.

Derzeit starten die russischen Sojus-Raketen wieder mit der Zuverlässigkeit eines VW Käfers. Anfang September brachte eine russische Sojus-Rakete drei Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS. An Bord befanden sich außerdem 20 Lego-Figuren. Sie gehörten zum Gepäck des dänischen Astronauten. Bereits im Juli hatte ebenfalls eine Sojus-Rakete drei neue Besatzungsmitglieder zur ISS geflogen.

Auch die Materialversorgung der ISS erledigt die russische Raumfahrtagentur relativ zuverlässig, gemeinsam mit dem privaten US-Unternehmen SpaceX, das die ISS ebenfalls versorgt: Mit seiner Falcon-9-Rakete und dem Dragon-Transporter an Bord. Mit der Falcon Heavy hat SpaceX zudem die Rakete mit der größten Nutzlast vorgestellt.

Damit sind die Rückschläge von Mai und Juni vergessen: Am 8. Mai stürzte ein russischer Progress-Transporter mit 2,4 Tonnen Versorgungsmaterial für die ISS zur Erde . Und am 29. Juni explodierte eine Falcon-9-Rakete von SpaceX mit weiteren 2,5 Tonnen Versorgungsgütern für die ISS. An Bord befanden sich auch einige Microsoft Hololens-Brillen.



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