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Softwaretool gegen Zensur

08.05.2001 | 17:38 Uhr |

Hacker sind natürliche Feinde jeglicher Zensurversuche im Internet. Nun plant die Hackergruppe Cult of the Dead Cow ein neues Kommunikationssystem im Internet zu entwickeln, das Zensurbestrebungen unterlaufen soll. Ein P2P-basierendes Browsersystem soll verbotenen Content aufspüren und weitergeben.

Hacker sind natürliche Feinde jeglicher Zensurversuche im Internet. Nun plant die Hackergruppe Cult of the Dead Cow (cDc) ein neues Kommunikationssystem im Internet zu entwickeln, das alle Zensurbestrebungen unterlaufen soll. Ein P2P-basierendes Browsersystem soll verbotenen Content aufspüren und weitergeben.

Das Programm "Peekabooty" soll eine Kombination aus Verschlüsselungstool und einem Peer-to-Peer-Web-Browser (ähnlich Gnutella) sein. Dadurch soll Internetbenutzern, die mit Zensurregelungen zu kämpfen haben, der Zugang zu gesperrten Informationen ermöglicht werden.

Der Nutzer eines solchen Peekabooty-Netzwerkes gibt einfach die gewünschten Suchbegriffe ein. Danach startet der Browser seine Suche im Internet. Wird er fündig, sendet er die gefundenen Informationen verschlüsselt an den Suchenden zurück. Die Stärke des Systems liegt darin, dass es keinen Zentralserver braucht und somit schwer auszuschalten ist. Die Informationen werden nämlich auf allen angeschlossenen Rechnern gespeichert.

Im Juli soll das Programm auf der Hackerkonferenz DefCon in Las Vegas vorgestellt werden. Vertretern der Musik- und Film-Industrie, Sittenwächtern und Zensurbeamten in repressiven Staaten könnte die neue Software schlaflose Nächte bereiten. Erst vor kurzem hat zum Beispiel Saudi-Arabien umfassende Zensurmaßnahmen beschlossen. Und auch China ist nicht gerade für seine liberale Einstellung zum Internet bekannt.

Die Gruppe Cult of the Dead Cow wurde weltweit durch den Backdoor Back Orifice bekannt.

BBC

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