19.08.2011, 13:15

Hans-Christian Dirscherl

Software & Dienstleistungen statt Hardware

HP will PC-Sparte loswerden

Kurswechsel bei Hewlett-Packard: Der PC-Gigant stellt nicht nur WebOS ein, sondern will sich auch von seiner PC- und Notebook-Sparte trennen. Und kauft stattdessen eine Software-Firma auf.
Hewlett-Packard stellt nicht nur sein mobiles Betriebssystem WebOS für Touchpad- Smartphones und Touchpad-Tablet-PCs ein (und kapituliert damit vor der Dominanz von Apple iOS und Google Android), sondern will sich sogar von seiner PC- und Notebook-Sparte trennen. Für einen der wichtigsten PC-Hersteller der Welt ist diese Entscheidung eine Zäsur.
Derzeit prüfe HP die Möglichkeit eines Spin-Offs oder eines Verkaufs seiner Personal Systems Group (PSG), die den PC-Markt dominiert und für die Bereiche PCs, Notebooks, Tablet-PCs und Smartphones verantwortlich ist. PSG hatte zuletzt die geringste Gewinn-Marge aller HP-Teilbereiche, obwohl es für ein Drittel vom Gesamtumsatz sorgte. Durch die Abspaltung der PSG kann HP eine solidere und berechenbarere finanzielle Basis erreichen und stabilere Gewinne erwirtschaften, wie Marktanalysten meinen. HP würde sich damit ähnlich wie IBM entwickeln, das sich seinerzeit ebenfalls von der PC-Sparte trennte (die zum chinesischen Unternehmen Lenovo kam) und stattdessen ganz auf Software und Dienstleistungen setzt. Dieser Weg zeichnet sich nun auch für Hewlett-Packard ab.
 
Während HP also weg will von der Hardware, öffnet sich das Unternehmen Richtung Software. So bestätigte HP, dass es am Kauf des Software-Unternehmens Autonomy interessiert sei und dieses Unternehmen für rund 10,3 Milliarden US-Dollar erwerben möchte. Damit würde sich HP zu einem führenden Software-Hersteller und Anbieter von Business-Lösungen entwickeln.
 
Autonomy entwickelt unter anderem Lösungen für Suchmaschinen in Unternehmen, Content Management und Data Analyse. Zu den Kunden von Autonomy gehören BAE Systems, Boeing, Citigroup, Coca Cola, FedEx, Ford, die New Yorker-Börse, Shell, Tesco, T-Mobile und verschiedene US-Behörden.
 
Fasst man diese Entwicklungen zusammen, so gibt Hewlett-Packard das Endkonsumenten- und PC-Geschäft auf und konzentriert sich ganz auf den B2B-Bereich mit Schwerpunkt Software und IT-Dienstleistungen.
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