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Software in Zukunft mieten

28.12.2000 | 15:01 Uhr |

Versandhäuser stellen ihre Kataloge ins Netz, Zulieferer der Autoindustrie schließen sich zu virtuellen Marktplätzen zusammen - das Internet verändert die Wirtschaft. Das Vermieten von Software per Internet könnte nach Meinung von Experten das Geschäft der Software-Branche revolutionieren.

Versandhäuser stellen ihre Kataloge ins Netz, Zulieferer der Autoindustrie schließen sich zu virtuellen Marktplätzen zusammen - das Internet verändert die Wirtschaft. Für reibungslose Abläufe im Unternehmen und mit Lieferanten und Kunden kommt es dabei künftig vor allem auf eins an: die richtige und immer aktuelle Software.

Das Vermieten von Software per Internet, das so genannte Application Service Providing (siehe Glossar) könnte nach Meinung von Experten das Geschäft der Software-Branche revolutionieren.

ASP beschreibt ein einfaches Prinzip: Software muss nicht mehr per Lizenz gekauft und einzeln auf einem Rechner installiert werden, sondern kommt per Internet sozusagen aus der Steckdose - zur Miete.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen können dadurch wertvolle Zeit sparen, die bisher mit lästigen Aktualisierungen der Programme und verzweifelter Fehlersuche vergeudet wurde.

Um solche Probleme kümmert sich ein Dienstleister, der die Anwendungen in einem eigenen Rechenzentrum betreibt. Er vermietet die gleiche Software an mehrere Kunden, die zum Beispiel in derselben Branche tätig sind.

"ASP ist ein Zukunftsmarkt", sagt Kai Güntzel, Software-Experte vom Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. "Bisher waren die Datennetze noch nicht leistungsfähig genug." Mit dem Ausbau der breitbandigen Telefonleitungen könnten künftig Wartezeiten im Internet verhindert werden.

Auch die Giganten der Software- und Telekommunikationsbranche kommen um das Thema nicht mehr herum. Mitglieder des im März 2000 gegründeten ASP-Konsortiums sind unter anderem Microsoft, IBM, Cisco, Oracle, SAP und die Deutsche Telekom.

Die jungen Start-Ups im ASP-Markt, der im Jahr 2003 weltweit auf rund 23 Milliarden Dollar (50 Millarden Mark) geschätzt wird, müssen sich von den potenziellen Kunden daher auch kritische Fragen gefallen lassen: Was passiert mit der online gemieteten Software, wenn der Dienstleister Konkurs geht? Und wer garantiert die Sicherheit der Daten? (PC-WELT, 28.12.2000, dpa/ pk)

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