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Software im Wert von 120 Millionen Mark verbrannt

23.11.2000 | 12:37 Uhr |

In den letzten zwei Tagen gingen in der Düsseldorfer Müllverbrennungsanlage 300.000 raubkopierte CDs sowie rund 400.000 gefälschte Handbücher, Registrierkarten, Diskettenlabels und Echtheitszertifikate vor den Augen der Kölner Zollfahnder in Flammen auf. Die vernichtete Ware stammt aus dem bisher größten Fall von Software-Piraterie in Europa.

In den letzten zwei Tagen gingen in der Düsseldorfer Müllverbrennungsanlage 300.000 raubkopierte CDs sowie rund 400.000 gefälschte Handbücher, Registrierkarten, Diskettenlabels und Echtheitszertifikate vor den Augen der Kölner Zollfahnder in Flammen auf.

Die beschlagnahmte Ware stammt aus dem bisher größten Fall von Software-Piraterie in Europa: Im Sommer 1998 hatte das Zollfahndungsamt Köln in Zusammenarbeit mit Microsoft eine Lieferung von mehreren Paletten mit Raubkopien in der Nähe der holländischen Grenze sichergestellt.

Bei anschließenden Hausdurchsuchungen wurden Tausende Raubkopien von Microsoft Produkten im Wert von rund 120 Millionen Mark entdeckt. Es handelte sich überwiegend um Microsoft Office Professional und Standard, Windows 95 OEM, Windows NT Workstation OEM und Windows NT Server.

Der Täter, ein 39-jähriger Texaner, wurde am 15. Juni 1999 vom Landgericht Aachen zu vier Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Dieses hohe Strafmaß stellt einen juristischen Höhepunkt in der Verfolgung von Software-Piraterie dar.

"Durch Software-Piraterie entstehen der deutschen Industrie jährlich Schäden in Höhe von über einer Milliarde Mark, mit entsprechendem Einfluss auf den Arbeitsmarkt: Mehrere Zehntausend neuer Arbeitsplätze könnten geschaffen werden, wenn Software-Piraterie effektiv reduziert würde", meint Martina Wimmer, bei Microsoft Deutschland für den Bereich "Anti Piracy" zuständig.

"Dieser Fall hat gezeigt, dass Software-Piraten zunehmend in großem Stil arbeiten und professionell gefälschte Produkte anbieten. Mehr und mehr wird illegale Software nicht nur aus Osteuropa und Asien nach Deutschland eingeführt, sondern innerhalb West-Europas hergestellt."

ZKA-Pressesprecher Leonhard Bierl hierzu: "Fälschungen haben deutlich zugenommen. Sie sind oft so gut, dass man sie optisch nicht mehr vom Original unterscheiden kann. Gerade deswegen können spektakuläre Erfolge häufig nur in enger Zusammenarbeit mit dem geschädigten Wirtschaftszweig erzielt werden." (PC-WELT, 23.11.2000, mp)

Über 500.000 illegale CD-Rs beschlagnahmt (PC-WELT Online, 20.09.2000)

Raubkopien ganz normal (PC-WELT Online, 17.07.2000)

Unis voll von Software-Piraten (PC-WELT Online, 16.04.2000)

Gefälschte Computerspiele beschlagnahmt (PC-WELT Online, 13.03.2000)

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