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Indische Firmen wollen nach Deutschland

19.11.2007 | 16:05 Uhr |

Indische Software-Unternehmen interessieren sich zunehmend für Europa. Dort sehen die Inder noch Wachstumspotenzial für ihre Software-Entwicklungen, wohingegen der traditionell wichtigste Abnehmermarkt, nämlich die USA, weitgehend saturiert ist.

Derzeit tingelt eine 20-köpfige Delegation mit führenden Vertretern der indischen Software-Industrie durch Europa. Die Wirtschaftsgrößen bereisen die Niederlande, Belgien und Deutschland, wo sie neue Kontakte schließen und neue Märkte entdecken wollen. Derzeit hält sich die Delegation in Brüssel auf. In Hamburg und Frankfurt trafen die indischen Wirtschaftsvertreter bereits Ansprechpartner aus der hiesigen Industrie.

Ganz konkret auf Deutschland bezogen sprach ein Mitglied der Delegation von einem Markt, den indische IT-Firmen noch nicht entdeckt hätten. Dabei seien die Chancen auf dem deutschen Markt immens: Die Inder könnten Outsourcing-Aufgaben übernehmen und Joint Ventures mit deutschen Firmen gründen. Derzeit rangiert Deutschland auf Rang 3 der wichtigsten europäischen Märkte. Den Spitzenplatz nimmt Großbritannien ein, gefolgt von den Niederlanden.

Indien exportierte im Geschäftsjahr 2006/2007 Dienstleistungen und Waren für 743,5 Millionen Dollar (ca. 476 Millionen Euro) nach Deutschland. Das war eine Steigerung um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutschland macht aber nur rund drei Prozent aller insgesamt in Indien erbrachten IT-Leistungen aus. Deutsche Unternehmen lassen lieber in Osteuropa entwickeln, weil dort oft auch deutsche Sprachkenntnisse vorhanden sind und somit keine Sprachbarriere existiert. Auf dieses Sprachproblem haben die Inder reagiert: Indische IT-Profis sollen zunehmend die deutsche Sprache lernen.

Bisher sind die USA der wichtigste Markt für indische IT-Unternehmen. Doch dort hat sich der Wettbewerb erheblich verschärft, hinzu kommen Wechselkursprobleme.

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