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Software-Entwickler stehen vor schwierigen Herausforderungen

28.03.2007 | 13:44 Uhr |

Die meisten Unternehmen halten nach wie vor eine eigene Software-Entwicklungsabteilung vor. Der Siegeszug von Standardsoftware sowie die Marktveränderungen durch Outsourcing und Offshoring ändern jedoch die Anforderungen an deren Organisation.

Die Softwarebudgets großer europäischer Unternehmen fließen immer noch zu 26 Prozent in Eigenentwicklungen. In kleinen und mittleren Unternehmen liegt der Anteil bei 23 Prozent, berichten die Analysten von Forrester Research. Sie haben im Rahmen der Studie "European Software Services Survey, 2006 To 2007" 76 europäische IT-Verantwortliche gefragt. Diese stammen zu 35 Prozent aus Konzernen mit über einer Milliarde Dollar Jahresumsatz, 20 Prozent setzen 100 Millionen bis eine Milliarde Dollar um und der Rest kommt aus kleineren Betrieben.

Wichtigste Erkenntnis ist, dass trotz des ungebrochenen Trends zu Standardsoftware auf interne Entwicklungskapazitäten nicht verzichtet wird. Drei Viertel der Befragten unterhalten eine interne Entwicklungsmannschaft, die Standardsoftware anpasst oder neue Anwendungen schreibt. Allerdings spielen externe Servicepartner eine zunehmend wichtige Rolle. Immerhin 74 Prozent der Befragten heuern zusätzlich externe Entwickler an, 53 Prozent geben Wartungsaufgaben nach außen, 40 Prozent lassen sich bei der Implementierung von Standardsoftware helfen und 37 Prozent nutzen externe Kapazitäten für Softwaretests.

Interessant ist, wie breit gefächert inzwischen die Jobprofile zur Erhebung der Anforderungen an Applikationen sind. Unternehmen beschäftigen Technische Architekten (74 Prozent), Anwendungsdesigner (65 Prozent), "Business Modeler" (53 Prozent), Produkt-Manager (42 Prozent), Test-Verantwortliche (39 Prozent), Methoden- und Qualitätsexperten (37 Prozent), Metadaten-Architekten (18 Prozent) und andere Berufsbilder (21 Prozent).

Die befragten Firmen versprechen sich von ihren Investitionen in eine eigene Softwaremannschaft in erster Linie mehr Wettbewerbsfähigkeit. Primäre Aufgabe der Experten ist es, die Standardsoftware individuell anzupassen (Customizing), um fehlende Funktionalität zu ergänzen und sich vom Wettbewerb abzuheben. Kommt statt Software von der Stange eine Individualentwicklung zum Einsatz, betonen die Unternehmen zu zwei Dritteln, dass diese Software einzigartig sei und einen Wettbewerbsvorteil darstelle. 60 Prozent erklären, sie müssten deshalb selbst entwickeln, weil es für ihr Problem keine Standardsoftware gebe.

Interner Auslöser für Entwicklungsprojekte - egal ob diese intern oder extern realisiert werden - ist in den meisten Fällen die Notwendigkeit, Geschäftsprozesse anzupassen (Business Process Re-Engineering, 63 Prozent). Grundsätzliche Veränderungen im Geschäftsmodell des Unternehmens geben ebenfalls häufig den Anstoß (44 Prozent). Außerdem setzen Unternehmen Entwicklungsprojekte auf, wenn sie ein neues Produkt auf den Markt bringen (40 Prozent) oder Übernahmen/Fusionen anstehen (35 Prozent).

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