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Software-Bug macht Glücksspieler reich

14.04.2014 | 12:57 Uhr |

Ein Software-Bug hat dazu geführt, dass in Deutschland mehrere Spielhallenketten über sechsstellige Verluste klagen, während sich einige Spieler offenbar die Taschen gefüllt haben.

Ein Software-Bug hat mehrere Glücksspielhallen-Betreiber über Nacht in Geldnot gebracht. Über eine geheime Tastenkombination kann man die Geldspielautomaten des Unternehmers Paul Gauselmann zum Auswurf von Gewinnen "überreden", meldet der Spiegel. Angeblich haben in einer einzigen Nacht im Februar sehr viele Spieler diesen Trick angewandt, so dass deutschlandweit hunderte von Spielhallen in Geldnot geraten seien. In Düsseldorf sollen die Betreiber von neun Spielhallen Anzeige wegen Computerbetrugs gestellt haben. Die Polizei habe den Schaden auf 70.000 Euro beziffert, andere Spielhallen nennen gar 100.000 Euro Verlust.

Wenn der Unternehmer Gauselmann, der die Merkur-Spielhallen betreibt, die Verluste der Geschädigten begleichen muss, drohen ihm zehn Millionen Euro an Kosten, schreibt der Spiegel. Der Unternehmer geht davon aus, dass eine Gruppe Krimineller den Bug ausgenutzt hat, weil das Vorgehen "perfekt geplant" gewesen sei.

Näheres über die Software-Lücke ist noch nicht bekannt. Interessant ist aber nicht nur, wie der Bug zustande kam und wie lange er schon in den Geldautomaten vorhanden ist. Spannend ist die Frage, wie schnell das Problem behoben werden kann und wie aufwändig die Lösung ist. Das Update der Geldautomaten von XP auf ein aktuelles Betriebssystem erweist sich gerade wegen teils fehlender Netzanbindung und sehr unterschiedlicher Hardware als große Herausforderung.

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