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WebMethods-Kauf sorgt für gute Gewinne

22.04.2008 | 13:43 Uhr |

Deutschlands zweitgrößter Softwareanbieter Software AG hat im ersten Quartal dank des Zukaufs von WebMethods Umsatz und Gewinn gesteigert.

Der Umsatz verbesserte sich von 124,7 auf 159,4 Millionen Euro, wie das im TecDAX notierte Unternehmen am Dienstag in Darmstadt mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 169,9 Millionen Euro gerechnet. Der Lizenzumsatz stieg währungsbereinigt von 46,9 auf 55,4 Millionen Euro (Prognose: 63,71 Millionen Euro). Das EBIT erhöhte sich von 25 auf 36,0 Millionen Euro (Prognose: 35,33 Millionen Euro). Unterm Strich verdiente die Software AG mit 0,79 Euro je Aktie einen neuen Rekordwert für das erste Quartal. Die Darmstädter bekräftigten die Jahresziele. Demnach stellen sie eine EBIT-Marge von 24 Prozent und einen währungsbereinigten Umsatzanstieg zwischen 24 und 27 Prozent in Aussicht.

Die Software AG siehtt sich immun gegen die Flaute im IT-Geschäft. "Die geschäftliche Entwicklung lässt keine Einflüsse der abgeschwächten Konjunktur auf die IT-Nachfrage erkennen", hieß es in Darmstadt. "Insbesondere der wichtigste Markt USA zeigte sich in robuster Verfassung."

Das Kerngeschäft Datenmanagement des Geschäftsbereichs ETS habe mit einem Wachstum von währungsbereinigt neun Prozent die Ziele erreicht. Der Hoffnungsträger webMethods konnte aber wie schon im vierten Quartal die Umsatzpotentiale für Integrationssoftware in Europa und Asien nicht voll realisieren. In den USA legten die Darmstädter dagegen deutlich zu. Auf Grund gestiegener Prozesseffizienz verstärkt um die Synergieeffekte aus dem webMethods-Zukauf legte die EBIT-Marge von 20,0 auf 22,6 Prozent zu.

WebMethods-Vertrieb in Euroa zu schwach
Die Software AG will den Vertrieb für die Intergrationssoftware webMethods in Europa aufstocken. "Wir haben ein enormes Potenzial, das wir mit dem bisherigen Vertrieb nicht heben können", sagte Finanzvorstand Arnd Zinnhardt der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Was wir haben, ist die Produktpalette und die Kontakte. Wir brauchen aber mehr Füße, die zu Kunden gehen und mehr Qualität, um große Aufträge zu stemmen."

In den ersten drei Monaten des neuen Jahres hatten die Darmstädter wie im Vorquartal zwar eine sehr starke Entwicklung im Stammgeschäft mit Software für Großrechner (ETS). Der Hoffnungsträger, die Intergrationssoftware unter dem Namen webMethods, blieb aber hinter den Erwartungen zurück.

Die Vertriebsleute will Zinnhardt von der Konkurrenz abwerben. "Es ist viel Bewegung in unserer Branche. Zum Beispiel übernimmt Oracle BEA Systems - daraus ergeben sich Unsicherheiten und Leute verlassen die Unternehmen." In den USA sieht Zinnhardt keine Notwendigkeit, den Vertrieb zu verstärken. "Dort haben wir eine kritische Masse."

Aktie vorbörslich unter Druck
Aktien der Software AG sind am Dienstag nach schwächeren Zahlen zum ersten Quartal vorbörslich unter Druck geraten. Die Zahlen der ersten drei Monate sind einer ersten Analystenschätzung zufolge bis auf das EBIT schlechter als erwartet ausgefallen. Die Titel verloren bei Lang & Schwarz 0,69 Prozent auf 47,67 (Xetra-Schluss: 48,00) Euro. Der Gesamtmarkt wird unterdessen kaum verändert erwartet. Der X-DAX, der auf Basis des DAX-Futures den außerbörslichen Stand des deutschen Leitindex zeigt, lag gegen 8.45 Uhr um 0,32 Prozent tiefer bei 6.764 Zählern. Am Montag hatte der DAX 0,83 Prozent auf 6.786,55 Punkte verloren.

"Zwar hat der Softwarehersteller seine Ziele für 2008 bestätigt, allerdings dürften die schwachen Zahlen überwiegen", sagte ein Analyst. Commerzbank-Analyst Thomas Becker machte niedrigere Lizenz- und Dienstleistungsumsätze für die Schwäche bei den Gesamtumsätzen verantwortlich. Diese würden aber nach Meinung des Experten von der besser als erwarteten Gewinnentwicklung aufgewogen. Nach Angaben des Managements sei die Entwicklung auf dem US-Markt robust, entsprechend sei die Prognose für 2008 bestätigt worden, so Becker weiter. Zwar seien die Zahlen insgesamt gemischt, er gehe aber davon aus, dass das Unternehmen die Konsenserwartungen von 3,80 Euro je Aktie erreichen wird. (dpa/tc)

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