Software AG: Mit SOA zur Umsatzmilliarde

Donnerstag den 22.02.2007 um 11:39 Uhr

von Christian Löbering

Karl-Heinz Streibich, Vorstandschef der Darmstädter Software AG
Vergrößern Karl-Heinz Streibich, Vorstandschef der Darmstädter Software AG
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Mit Zukäufen und einem schnellen Wachstum im Markt für Service-orientierte Architekturen (SOA) peilt das Darmstädter Softwarehaus eine Verdoppelung des Umsatzes bis zum Jahr 2011 an.
Das Jahr 2006 markierte einen Wendepunkt für die Software AG, erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Streibich gestern vor Pressevertretern. Nach dem gelungenen Turnaround befinde sich das Unternehmen wieder in einer Wachstumsphase . Doch das soll erst der Anfang sein. Innerhalb von fünf Jahren plant das Management, den Umsatz von zuletzt 483 Millionen Euro auf eine Milliarde zu verdoppeln. Streibich rechnet mit einer Zuwachsrate von zehn Prozent für 2007, die sich in den Jahren 2008 bis 2011 auf durchschnittlich 17 Prozent erhöhen soll. Finanzvorstand Arnd Zinnardt stellte eine Verbesserung der Ebit-Marge von derzeit 23 auf 30 Prozent in Aussicht. Die Dividende werde sich bis 2011 verdoppeln.

Nach der tiefen Krise vor gut drei Jahren spricht man beim zweitgrößten deutschen Softwarehaus nun vom "ehrgeizigsten Expansionsprogramm" in der 37-jährigen Firmengeschichte. Die Hoffnung ruhen dabei insbesondere auf dem Markt für Service-orientierte Architekturen (SOA), den die Darmstädter mit ihrer "Crossvision "-Suite bedienen. Experten wie die US-amerikanische Forrester Research stellen dem Paket durchweg gute Noten aus. "SOA bedeutet einen Paradigmenwechsel und wird für die nächsten zehn Jahre die IT bestimmen", gab sich Streibich überzeugt. Die Software AG besitze die Mittel, auf diesem Gebiet die Marktführerschaft zu erringen.

Dank der etablierten Produkte wie "Natural" und "Adabas" verfüge sein Unternehmen einerseits über das Know-how und eine breite Kundenbasis im Bereich unternehmenskritischer Backend-Systeme, darunter viele Mainframe-Installationen. Zum anderen beherrsche man mit der Datenbank "Tamino" auch Zukunftstechniken wie XML, die eine Schlüsselrolle in Service-orientierten Architekturen spielen.

Die Treiber für ein verbessertes operatives Ergebnis sieht Streibich vor allem in einer Steigerung des margenträchtigen Lizenzgeschäfts und in einem strikten Kostenmanagement. Neben dem organischen Wachstum setze das Management auch auf Zukäufe. Dafür ständen bis zu 700 Millionen Euro aus Eigenmitteln und Kreditzusagen zur Verfügung. Die Übernahmepläne sind offenbar bereits weit fortgeschritten. Bereits zur CeBIT will Streibich die erste Akquisition in trockenen Tüchern haben, ist aus dem Unternehmen zu hören. Dabei dürfte es zunächst um eine Ergänzung der Crossvision-Produkte gehen.

Der Markt für SOA-Tools ist derzeit noch stark fragmentiert, Experten rechnen mit einer raschen Konsolidierung. In diesem Szenario werde die Software AG eine aktive Rolle spielen, kündigte Finanzchef Zinnardt an. Mit den Zukäufen wolle man nicht nur die Technologieführerschaft ausbauen sondern auch die Marktpräsenz erhöhen und Marktanteile gewinnen. Das angestaubte Image aus den Mainframe-Zeiten will die einstige "XML Company" mit einem neuen Markenauftritt samt verändertem Firmenlogo aufpolieren. Nach drei Jahren Abstinenz wird die Software AG zudem wieder auf der CeBIT Flagge zeigen.

Mehr zu Service-orientierten Architekturen finden Sie auch im SOA-Expertenrat der COMPUTERWOCHE. (wh)

Donnerstag den 22.02.2007 um 11:39 Uhr

von Christian Löbering

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