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Social Media oft ohne messbaren Erfolg für kleinere Unternehmen

25.11.2013 | 15:15 Uhr |

Längst setzen auch kleine und mittlere Unternehmen Social Media als Marketinginstrument ein. Bislang aber häufig ohne messbaren unternehmerischen Erfolg, so zumindest eine Studie der Universität Liechtenstein.

Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen wird die Präsenz in sozialen Medien als wichtiges Instrument angepriesen, da nahezu kostenfrei, zielgruppenadäquat und einfach zu handhaben. Nach Ansicht der Wissenschaftler der Universität Liechtenstein entspricht dies keineswegs der Realität.

Die Universität Liechtenstein hat in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsuniversität Wien eine Studie über das Marketing in Social Media durchgeführt. Hierfür wurden mehr als 400 Entscheidungsträger aus Unternehmen aller Größen und Branchen im gesamten deutschsprachigen Raum befragt.

Demnach setzen zwei Drittel der Unternehmen die sozialen Netzwerke wie Facebook, Xing, Twitter oder LinkedIn zur Vermarktung ihrer Marke oder ihrer Produkte ein. Dabei sei die Mehrheit der Firmen davon überzeugt, dass sich neue Produkte oder Dienstleistungen via sozialer Netzwerke schneller auf dem Markt einführen lassen, als über herkömmliche Marketingmaßnahmen.

Größere Unternehmen sind in sozialen Netzwerken aktiver als kleinere. In kleineren und mittleren Unternehmen würde ein stärkeres Engagement häufig am Kostenfaktor Zeit scheitern. Zudem bestehen nach wie vor Zweifel am Nutzen entsprechender Marketingmaßnahmen.

Im Ranking der beliebtesten sozialen Netzwerke für Marketingaktionen liegt Facebook mit 77 Prozent an der Spitze vor Xing mit 69 Prozent. Insbesondere Unternehmen, die sich an private Konsumenten richten, kommunizieren in Sachen Social Media hauptsächlich via Facebook. Xing wird genutzt, wenn man mit seinen Produkten und Dienstleistungen eher Firmen adressiert.

Geht es um Auswertung und Kontrolle der Social-Media-Maßnahmen sieht es bei den Firmen eher düster aus. Die Mehrheit der befragten Unternehmen haben hier die Defizite. So nimmt lediglich ein Drittel der Firmen eine quantitative Auswertung der Netzwerknutzung vor. Hier werden beispielsweise Klicks, Freundschaftsanfragen oder Nutzerkommentare kontrolliert. Die übrigen zwei Drittel der Unternehmen nutzen keinerlei Messsystem für den Erfolg. Eine qualitative Überprüfung der Tätigkeit in sozialen Netzwerken findet so gut wie nirgendwo statt.

Wie die Wissenschaftler feststellen, zahlt sich der Einsatz von Social Media bislang primär für Großunternehmen aus. Und zwar für solche, die Social Media proaktiv, innovativ und mit Risikobereitschaft nutzen.

Bei kleineren und mittleren Unternehmen konnte dagegen keine Auswirkung auf den Unternehmenserfolg festgestellt werden. Wie die Autoren der Studie folgern, könnte dies an den schlechteren Rahmenbedingungen liegen, wie etwa zu geringen Ressourcen für das Social-Media-Marketing und zu geringem Know-how der Marketingverantwortlichen. Damit auch kleinere Unternehmen Social Media effektiv einsetzen könnten, müssten zuerst diese Rahmenbedingungen verbessert werden. Dafür sei eine positive Grundhaltung dem Thema gegenüber, eine effektive Zuteilung der Ressourcen und einen Verantwortlichen mit genügend freier Kapazität erforderlich. (mje/tecChannel)

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