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User-Schwund zwingt MySpace zu Entlassungen

12.06.2009 | 10:33 Uhr |

Das Social-Networking-Portal MySpace wird laut informierten Kreisen bald hunderte Mitarbeiter entlassen, berichtet das Blog Tech Crunch. Zwischen 300 und 500 Mitarbeiter müssen bei MySpace anscheinend um ihren Arbeitsplatz fürchten.

Dabei ist jedoch nicht ganz klar, ob diese Zahlen nur MySpace betreffen oder sich auch auf das Mutterunternehmen Fox Interactive Media (FIM) beziehen. Momentan arbeiten innerhalb von FIM zwischen 1600 und 2900 Mitarbeiter für MySpace. Die Kündigungswelle wäre nicht die erste in der Unternehmensgeschichte. Bereits im vergangenen Sommer musste das Social Network rund fünf Prozent seiner Angestellten entlassen. MySpace ist einer der Pioniere in der Social-Network-Branche, kämpft aber derzeit mit einem starken Schwund an Usern.

MySpace ist lange Zeit Marktführer gewesen, sowohl was Besucher als auch was den Marktwert betrifft. Doch in diesem Jahr wurde MySpace durch das Konkurrenzunternehmen Facebook in beiden Kategorien überholt. Laut Berechnungen von Tech Crunch ist Facebook inzwischen rund 50 Prozent mehr wert als MySpace. Berechnet wird der Marktwert, indem die monatlichen Nutzerzahlen nach dem Wert von Internet-Inseraten in dem jeweiligen Herkunftsland gewichtet werden. Besucher aus Ländern, in denen Online-Werbung pro Kopf teuer ist, sind nach dieser Berechnung mehr wert als andere. Die USA sind demnach nur auf Platz 4 der Liste. Am teuersten ist Online-Werbung pro aktivem Internetsurfer in Dänemark.

Laut der Berechnung von Tech Crunch ist Facebook zehn Mrd. Dollar wert, während MySpace einen Wert von 6,5 Mrd. Dollar hat. Der Aufsteiger Twitter wird derzeit auf einen Marktwert von 1,7 Mrd. Dollar geschätzt. Wenn der derzeitige Trend anhält, werden sich die Verhältnisse weiter zu Gunsten von Facebook verschieben. Im letzten Jahr konnte in den USA jedes Social Network an Besuchern zulegen - außer MySpace. Dort sind im Laufe des vergangenen Jahres eine Mio. Besucher verloren gegangen. Das Netzwerk liegt jetzt bei 63,2 Mio. Nutzern. Problematisch für das Unternehmen ist, dass sich kaum neue Mitglieder registrieren und auch jene, die bereits angemeldet sind, nur noch selten die Plattform besuchen. (pte)

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