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Social-Media-Meltdown: Wenn der Glamour-Vorhang fällt, was bleibt dann noch?

04.11.2015 | 09:20 Uhr |

Manche Social-Media-Sternchen leben uns das perfekte Leben vor. Doch was ist hinter der Glamour-Fassade? Essena O'Neill berichtet weinend von den Schattenseiten.

Update 04.11.2015: Essena hat Ihren Plan wohl schneller in die Tat umgesetzt als bisher gedacht und alle ihre Social-Media-Kanäle geschlossen. Wundern Sie sich deshalb nicht warum sämtliche Medien des Artikels verschwunden sind.

Original-Beitrag vom 03.11.2015: Ein vermeintlich tolles Leben, immer perfekt aussehen, die Welt bereisen. Sie leben das vor, was Ihren Fans oft verwehrt bleibt. Dass die Blase des vermeintlichen „perfekten Leben“ auch einige Schattenseiten hat, zeigt nun das jüngst erschienene Video des australischen Instagram-Sternchens Essena O’Neill . Die über Ihr "perfektes" Fake-Leben berichtet und dabei sogar in Tränen ausbricht.

Sie erzählt, wie Zahlen die vergangenen Jahre ihres Lebens bestimmt haben. Likes, Follower, Reichweite und Komplimente, doch sie wollte immer mehr: „Es war ein schönes Gefühl 100.000 Follower auf Instagram zu erreichen… Für einen Tag. Morgen willst du 200.000“.

„Das ist alles nicht echt“, sagt sie nun selbst. „Ich habe Leute getroffen, die noch viel erfolgreicher waren als ich selbst. Sie waren aber unglücklich oder depressiv“.

Im Video merkt der Zuschauer, wie ernst es ihr ist. Sie will sich Social-Media komplett entsagen. „Ich hatte alles: das perfekte Leben, Unmengen an Followern, wurde mit Komplimenten überhäuft, hatte einen tollen Model-Vertrag. Aber ich war unglücklich“.

Als O‘Neill 12 Jahre alt war, hat sie sich Models und Social-Media-Stars zu Vorbildern genommen. So nahm alles seinen Lauf. Ihren Social-Media-Meltdown beschreibt sie nun ungeschminkt in ihrem Video zum Thema, und warnt alle eindringlich davor, ihr nachzueifern oder es ihr gar gleich zu tun.

Auch deutsche Social-Media-Glamour-Girls oder Youtuber, die nach außen hin den Anschein pflegen, sie würden ein perfektes Leben führen, genießen gerade einen großen Hype. Die meist sehr jungen Fans eifern ihren Idolen hinterher, wollen dasselbe Leben führen wie eben diese. Life with Melina, Dagi Bee, Bibis Beauty Palace, Paolas Welt oder Shirin David heißen einiger ihrer Youtube-Kanäle.

Dagi Bee und Co.

Melina Sophie hatte auf Ihrem Kanal – Life with Melina – vor Kurzem Ihr Coming-Out und hat damit für einiges Aufsehen gesorgt. Oder Dagi Bee, die mit Ihrem Freund – dem Youtuber LionT – gemeinsam deren Beziehungsende bekannt gaben, obwohl schon vorher gemunkelt wurde, sie seien schon lange nicht mehr zusammen. Ob die Beziehung nun längst vorbei war oder nicht, das sind Themen, die für deren Community von größtem Interesse zu sein scheint. Die Youtuber sind längst ein Teil ihres Lebens geworden. Und es sind keine kleinen Grüppchen von Followern, es sind Millionen von Fans.

Zwischen Fame und Sell-Out

Unlängst hat das die Industrie erkannt und kauft sich in deren Social-Media-Kanäle ein oder es werden Werbeverträge abgeschlossen. Oftmals gar nicht von den „Künstlern“ selber, diese befinden sich schon meist in einem der zahlreichen Vermarktungs-Netzwerke, die viel Arbeit für die Youtuber erledigen. So dass diese selbst sich fast ausschließlich mit neuen Videos, Fotos und Social-Media beschäftigen müssen. Hier eine Creme vorgestellt, da das neue Make-Up ausprobiert, Uhren oder Kleidung, alles wird beworben und gelobt, eben die ganze Palette. Unterschwellige Werbung, am besten so, dass es der geneigte Zuschauer für echte Lobeshymnen hält, dafür zahlt die Industrie sehr viel Geld und macht diese Social-Media-Ikonen auch gerne mal reich. Je mehr Reichweite, um so großzügiger fallen die Deals aus.

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Das Video wie auch die Beleuchtung der deutschen Social-Media und Youtube-Scene zeigen: Für die Protagonisten scheint der Marktwert einfach alles zu sein. Realität und Social-Network-Life verschwimmen immer mehr. Wenn Glück an Klicks gemessen wird, ist das natürlich heikel und die Fans, die Ihren Idolen immer mehr nacheifern, laufen Gefahr in die selbe Spirale zu geraten. Also Vorsicht, es ist nicht alles Gold, was glänzt!

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