Auto & Technik auf PC-WELT

Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

1999758

So beliebt sind lebensrettende Fahrsicherheits-Assistenzsysteme

29.09.2014 | 16:44 Uhr |

Fast jeder vierte neue Pkw erkennt einen müden Fahrer. Und 72 Prozent aller Auffahrunfälle mit Personenschäden könnten in Deutschland vermieden werden. Einige spannende Fakten und Zahlen zu Sicherheits-Assistenzsystemen in modernen PKWs.

Bosch gehört neben Continental und ZF Friedrichshafen zu den wichtigsten Zulieferbetrieben der Automobil-Hersteller. Ein Bereich, in dem Bosch besonders stark vertreten ist, sind die Fahrsicherheitsassistenzsysteme (die moderne Autos allerdings schwerer machen). Bosch hat nun einige spannende Zahlen zu deren Verbreitung in modernen PKWs vorgelegt - basierend auf der Neuzulassungsstatistik 2013 und auf den Ausstattungslisten der wichtigsten Fahrzeugmodelle je Segment.

ACC und ACC Stop & Go: In vier Prozent aller Neuwagen

Die adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung ACC arbeitet in der Regel mit einem Radarsensor und hält selbst bei dichtem Straßenverkehr den eingestellten Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Durch automatisches Gas geben und Bremsen passt das System nicht nur die Geschwindigkeit dem Verkehrsfluss an, es sorgt auch für eine ruhige und spritsparende Fahrweise.

Gratis-PC-WELT-Newsletter Auto & Technik abonnieren

In der Variante Stop & Go bremst ACC ein Auto im Stau bis zum Stillstand ab und fährt – falls ein Automatikgetriebe an Bord ist – auch wieder an, sobald der Verkehr nach nur kurzer Standzeit weiterrollt. In erster Linie ist ACC eine Komfort-Funktion, die aber auch die Sicherheit erhöht und Auffahrunfälle durch Unaufmerksamkeit vermeiden helfen kann.

ACC & Co - clevere Sicherheits-Assistenten verhindern Unfälle

Vier Prozent der 2013 in Deutschland neu zugelassenen Pkw verfügen über ACC oder ACC Stop & Go. Mit kostengünstigeren Sensoren wie dem Mid-Range-Radarsensor will Bosch die Marktdurchdringung erhöhen und Fahrerassistenzsysteme wie ACC und ACC Stop & Go auch für Fahrzeuge der Klein- und Kompaktklasse erschwinglich machen. Wobei zum Beispiel der VW Polo bereits ACC bietet.

Die Verkehrszeichenerkennung arbeitet mit einer Videokamera, die Verkehrszeichen auf Schildern, Wechselverkehrszeichenanlagen oder Schilderbrücken zuverlässig erfasst. Über eine Anzeige im Cockpit beziehungsweise im Head-Up-Display wird der Fahrer dann zum Beispiel über ein bestehendes Überholverbot oder Tempolimit informiert.
Vergrößern Die Verkehrszeichenerkennung arbeitet mit einer Videokamera, die Verkehrszeichen auf Schildern, Wechselverkehrszeichenanlagen oder Schilderbrücken zuverlässig erfasst. Über eine Anzeige im Cockpit beziehungsweise im Head-Up-Display wird der Fahrer dann zum Beispiel über ein bestehendes Überholverbot oder Tempolimit informiert.
© Bosch

Verkehrszeichenerkennung: In vier Prozent aller Neuwagen

Ebenfalls in vier Prozent aller neuen Pkw 2013 verbessert die Verkehrszeichenerkennung den Durchblick im Schilderwald. Dazu erfasst eine Videokamera die Verkehrszeichen und blendet relevante Informationen als Symbol im Cockpit-Display ein.

Spurassistenzsysteme: In zehn Prozent aller Neuwagen

Spurassistenten sind in zehn Prozent aller 2013 neu zugelassenen Pkw an Bord. Drei Systeme sind zu unterscheiden: Die Spurverlassenswarnung beugt Unfallrisiken vor, indem sie den Fahrer zum Beispiel durch ein vibrierendes Lenkrad auf das unbeabsichtigte Verlassen der Fahrspur hinweist.

Radar, Lidar, Kamera - die Augen der Sicherheits-Assistenten

Einen Schritt weiter geht der Spurhalteassistent: Das System lenkt sanft aber spürbar gegen, wenn ein Mindestabstand zur Fahrbahnbegrenzung unterschritten wird.

Sicherheit macht Autos schwerer

Dagegen überwacht der Spurwechselassistent den Bereich neben und schräg hinter dem Fahrzeug. Dessen Fahrer wird zum Beispiel durch ein Leuchtsymbol im Bereich der Seitenspiegel gewarnt, sobald sich ein anderes Auto schnell von hinten nähert oder bereits im toten Winkel befindet. Bis zu 28 Prozent der Unfälle, die durch unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrspur verursacht werden, lassen sich nach Analyse der deutschen Unfalldatenbank GIDAS mit einem Spurhalteassistenten verhindern.

Automatische Notbremssysteme: In elf Prozent aller Neuwagen

Auffahrunfälle lassen sich mit einem automatischen Notbremssystem ganz verhindern oder zumindest etwas abmildern. Erkennt das System ein potenzielles Hindernis, bereitet der Assistent das Bremssystem auf eine Notbremsung vor oder löst bei ausbleibender Reaktion des Fahrers automatisch eine Vollbremsung aus.

Das passiert bei einem Verkehrsunfall im Auto

Ab 2016 ist ein derartiger vorausschauender Fußgängerschutz erforderlich, um die Euro-NCAP-Höchstbewertung von fünf Sternen zu erreichen. Der Nutzen des Systems ist schon heute unstrittig: Bis zu 72 Prozent aller Auffahrunfälle mit Personenschäden könnten in Deutschland vermieden werden, hätten alle Fahrzeuge ein automatisches Notbremssystem an Bord. 2013 waren elf Prozent alle Neuwagen damit ausgestattet.

Intelligente Lichtsteuerung: In 20 Prozent aller Neuwagen

Bei Nachtfahrten oder im Tunnel schaltet der Licht-Assistent je nach Beleuchtungssituation selbsttätig das Abblendlicht ein und aus. Solange die Lichtsteuerung keine vorausfahrenden oder entgegenkommenden Fahrzeuge erkennt, aktiviert sie außerhalb geschlossener Ortschaften zusätzlich automatisch das Fernlicht.

Fahrerassistenzsysteme machen Autofahren sicherer

Damit nicht genug: Intelligente Lichtsteuerungen können das Scheinwerferlicht auch permanent dem Fahrbahnverlauf anpassen oder stufenlos zwischen Abblend- und Fernlicht regeln. Im Ergebnis sorgt das System damit für die bestmögliche Ausleuchtung der Fahrbahn, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden. 20 Prozent aller Neuwagen 2013 verfügen über eine intelligente Lichtsteuerung.

Müdigkeits-Warner: In 23 Prozent aller Neuwagen
 
Nahezu 680.000 – also fast ein Viertel – der 2,95 Millionen im Jahr 2013 in Deutschland neu zugelassenen Pkw besitzen eine Müdigkeitserkennung. Damit ist diese Warnfunktion für den Fahrer die am häufigsten in Neuwagen eingebaute Fahrerassistenzfunktion.

Fast ein Viertel der in Deutschland im vergangenen Jahr neu zugelassenen Pkw verfügen über eine Müdigkeitserkennung, die damit die am häufigsten in Neuwagen eingebaute Fahrerassistenzfunktion ist. Das ist das Ergebnis einer Auswertung, für die Bosch auf Basis der Neuzulassungsstatistik 2013 die Ausstattungslisten der wichtigsten Fahrzeugmodelle je Segment untersucht hat.
Vergrößern Fast ein Viertel der in Deutschland im vergangenen Jahr neu zugelassenen Pkw verfügen über eine Müdigkeitserkennung, die damit die am häufigsten in Neuwagen eingebaute Fahrerassistenzfunktion ist. Das ist das Ergebnis einer Auswertung, für die Bosch auf Basis der Neuzulassungsstatistik 2013 die Ausstattungslisten der wichtigsten Fahrzeugmodelle je Segment untersucht hat.
© Bosch

Erste Anzeichen für nachlassende Konzentration lassen sich frühzeitig erkennen. Müde, unkonzentrierte Fahrer lenken weniger präzise und müssen häufiger kleine Lenkkorrekturen ausführen. Anhand eines Lenkwinkelsensors oder der elektrischen Servolenkung analysiert die von Bosch entwickelte Fahrermüdigkeitserkennung permanent das Lenkverhalten des Fahrers auf für Schläfrigkeit typische Muster und registriert abrupte, kleine Lenkeingriffe. Ergänzt um weitere Parameter wie beispielsweise Fahrtdauer und Uhrzeit soll das System Anzeichen beginnender Müdigkeit erkennen. Bevor der Fahrer einzunicken droht, mahnt ihn in 23 Prozent der in 2013 zugelassenen Neuwagen eine Müdigkeitserkennung rechtzeitig optisch und akustisch zu Pausen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1999758