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Amazon verkauft Kindle Fire unter Herstellungspreis

18.11.2011 | 11:15 Uhr |

Amazon zahlt bei jedem verkauften Kindle Fire drauf. Das meldet IHS Suppli, nachdem es den neuen Tablet-PC von Amazon auseinandergenommen hat und einen genaueren Blick auf die verbauten Komponenten werfen konnte.

Amazon bläst mit dem Tablet-PC Kindle Fire seit Mitte dieser Woche in den USA zum Angriff auf das iPad. Insbesondere durch den niedrigen Preis von 199 US-Dollar (ca. 147,60 Euro) sollen die potentiellen Interessenten zum Kauf des Kindle Fire gelockt werden. IHS Suppli (früher iSuppli) hat das Kindle Fire kurz nach dem Kauf in alle Einzelteile zerlegt und kommt zum Ergebnis, dass Amazon das Kindle Fire unter dem Herstellungspreis verkauft.

Bei der Schätzung aller Kosten für die Herstellung vom Kindle Fire kommt IHS Suppli auf die Summe von 201,70 US-Dollar (149,60 Euro). Zu den kostspieligsten Komponenten zählt das Display inklusive Touchscreen (ca. 87 US-Dollar). Es folgen die Kosten für 8 GB NAND-Flash-Speicher (22,10 US-Dollar), Akku (16,50 US-Dollar) und den Texas-Instruments-Prozessor OMAP4430 (14,64 US-Dollar). Beim OMAP4430 handelt es sich um einen Dual-Core ARM Cortex-A9, der mit 1 GHz getaktet ist.

Nicht berücksichtigt in den nun ermittelten Herstellungskosten sind die zusätzlichen Kosten, die bei der Herstellung des Kindle Fire anfallen, zu denen etwa die Kosten für Software und Lizenzgebühren gehören.

Letztendlich ist es nicht unüblich, dass Hersteller zu Beginn eines Lebenszyklus eines neuen Produkts Verluste beim Verkauf hinnehmen. Im Gegenzug erobern die Produkte Marktanteile und der Hersteller verdient an anderen, strategisch wichtigeren Stellen mit den Geräten Geld. Amazon verdient beim Kindle Fire dadurch, dass die Besitzer beispielsweise Songs, Filme, Ebooks und Applikationen erwerben. Mit der Zeit sinken die Herstellungskosten, so dass zu einem späteren Zeitpunkt im Produkt-Lebenszyklus auch die Geräte selbst zum Gewinn beitragen.

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