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Snowden tritt auf Texas-Festival auf

11.03.2014 | 10:55 Uhr |

Edward Snowden forderte auf einem Festival in Texas, dass Verschlüsselung zum Basis-Schutz gehören müsse. Natürlich war er nicht selbst vor Ort, sondern über sieben Proxy-Server zugeschaltet. Wir haben seine Forderung zum Anlass genommen, besonders zugängliche Verschlüsselungs-Tools zusammenzustellen.

In einer seiner seltenen öffentlichen Ansprachen hat sich Edward Snowden nun via Google Hangouts auf dem Festival "South By Southwest" (SXSW) geäußert . Es handelt sich dabei um ein jährlich stattfindendes Event, das vor allem die Bereiche Musik, Film und Interactive abdeckt. Um seinen Aufenthaltsort zu verschleiern, wurde die Übertragung über sieben Proxy-Server umgeleitet. In seiner Ansprache bekräftige Snowden die Wichtigkeit der Verschlüsselung von Daten. Verschlüsselung solle nicht mehr länger die Ausnahme sein, sondern müsse als Basis-Schutz betrachtet werden, so Snowden. Zwar ist das Angebot an Verschlüsselungsprogrammen groß, doch viele seien von Geeks für Geeks gemacht und für die meisten Internetnutzer unverständlich. Viele PC-Benutzer greifen lediglich auf bekannte Software zurück, die meist auf dem Rechner vorinstalliert ist. Wir haben darum einige Programme (fast alle kostenlos) zusammengestellt, die auf eine besonders einfache Bedienung Wert legen:

Es müssen aber nicht nur die Nutzer handeln, sondern auch die Online-Dienste. Google etwa habe es mit der Umstellung auf SSL-Verschlüsselung bei Gmail den Nachrichtendiensten schon einmal ein wenig schwerer gemacht. Chris Soghioan, der mit Snowden auf der SXSW gesprochen hatte, wünscht sich, dass WhatsApp oder Twitter End-to-End-Verschlüsselung einführen. Snowden gab überdies zu, dass seine größte Sorge gewesen sei, dass die Menschen sich nicht für die NSA-Überwachung interessieren würden.

Im Vorfeld der Snowden-Ansprache hatte der Abgeordnete Mike Pompeo versucht, die Übertragung zu stoppen. In einem offenen Brief forderte er die Veranstalter auf, von ihren Plänen abzusehen. Offensichtlich stieß er dabei auf taube Ohren. Weitere Gäste auf der SXSW waren übrigens Julian Assange und der Journalist Glenn Greenwald.

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