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Smartphone-Malware späht Aktivisten in Hongkong aus

02.10.2014 | 05:01 Uhr |

Die chinesische Regierung verbreitet Malware über WhatsApp, welche die Demokratie-Bewegung in Hongkong ausspionieren soll.

Auf den Smartphones zahlreicher Teilnehmer der Occupy-Central-Bewegung in Hongkong wurde in dieser Woche Schadsoftware gefunden, die den Mutmaßungen zufolge von der chinesischen Regierung verbreitet wurde. Wie die Sicherheitsforscher von Lacoon Mobile Security bestätigen, wurde die Malware über einen Phishing-Versuch im Messenger WhatsApp verbreitet.

Mehrere Aktivisten erhielten eine Nachricht mit dem Hinweis auf eine App von Code4HK, die sie auf ihr Mobilgerät laden sollten. Code4HK ist eine Entwicklergemeinde, die in den vergangenen Tagen geholfen hat, die Proteste in Hongkong zu organisieren. Gegenüber der New York Times betonte die Gruppe, nichts mit den ominösen WhatsApp-Nachrichten zu tun zu haben.

Die Software späht nach der Installation unter anderem die persönlichen Daten wie Anruflisten und Textnachrichten aus und kann außerdem den Standort ihres Opfers orten. Laut Lacoon-CEO Michael Shaulov steckt vermutlich die chinesische Regierung hinter der Schadsoftware. Hinweise darauf liefern unter anderem die Server-Standorte und ein Computer, zu dem die App-Verbreitung zurückverfolgt werden konnte. Der Rechner wurde laut den Sicherheitsexperten auch bereits für Cyber-Attacken gegen die USA verwendet.

Von der Phishing-Attacke sind sowohl Android- als auch iOS-Nutzer betroffen. Apples Betriebssystem wird den Angaben zufolge jedoch nur befallen, wenn ein Jailbreak durchgeführt wurde. Die Protestbewegung Occupy Central besetzt seit dem Wochenende die Hauptverkehrsadern von Hongkong und hat mittlerweile zehntausende Anhänger gefunden.

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