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Smartphone-Kamera und -Mikrofon verraten PIN-Codes

11.11.2013 | 19:05 Uhr |

Über die Smartphone-Kamera und das -Mikrofon können Forscher empfindliche PIN-Codes knacken.

Erst vor wenigen Monaten war es Forschern gelungen, über das Gyroskop und den Beschleunigungssensor im Smartphone und die daraus resultierenden Bewegungen beim Eintippen eines PIN-Codes, die Zahlen-Kombinationen des Nutzers zu knacken. Diese so genannten Side-Channel-Angriffe haben nun auch Wissenschaftler der University of Cambridge unter die Lupe genommen.

Anstelle von Gyroskop und Beschleunigungssensor, haben die Forscher Malware auf das Smartphone geschleust, die sowohl die Kamera als auch das Mikrofon übernimmt. Über die unterschiedlichen Geräusche beim Tippen auf der virtuellen Tastatur, den Kopfbewegungen des Nutzers und den Bewegungen des Smartphones können die Wissenschaftler dabei die eingetippten PIN-Codes erraten.

Der PIN Skimmer, ein eigens dafür entwickeltes Tool, bewies im Rahmen des Sicherheitstests eine relativ hohe Treffgenauigkeit. Im Test mit 50 vierstelligen Zahlencodes konnte die Software rund 30 Prozent richtig erraten. Nach nur fünf Versuchen, fand der PIN Skimmer sogar mehr als die Hälfte der eingegebenen Tastenkombinationen heraus. Auch längere Zahlencodes sind vor dem Tool nicht sicher. Bei achtstelligen PINs erriet der PIN Skimmer bei fünf Versuchen rund 45 Prozent.

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Die Studie (PDF) sollte eine Warnung für Geräte-Hersteller sein. Laut den Forschern könnten sich Nutzer künftig besser schützen, wenn Kamera und Mikrofon nicht dauerhaft aktiviert wären oder für den Start von geschützten Programmen ein Zweitgerät wie etwa eine Smartwatch nötig wäre.

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