216062

HTC greift mit MediaTek nach Low-Cost-Segment

05.08.2009 | 11:45 Uhr |

Der asiatische Smartphone- und Elektronikgerätehersteller HTC will eingeweihten Branchenkreisen nach künftig mit MediaTek einem Spezialisten für Chipsätze, kooperieren und das Handy-Low-Cost-Segment erobern.

Wie DigiTimes unter Berufung auf Insider berichtet, strebt HTC die Zusammenarbeit vor allem aus strategischer Sicht an. Schließlich verfügen die Taiwanesen über sehr gute Kontakte nach China, einem nach wie vor boomenden Absatzmarkt. Neue Wege muss HTC auch gehen. Gegenüber der Vorjahresperiode geht das Unternehmen für sein drittes Quartal von fünf- bis zehnprozentigen Umsatzrückgängen zwischen 34 und 36 Mrd. New Taiwan Dollar (765 Mio. Euro) aus.

"Auf Dauer kann ein für seine Premiumprodukte wie HTC bekannter Marktplayer allein in diesem Hochpreissegment nicht wachsen. Da im asiatischen Raum trotz Rezession noch Wachstum möglich ist, machen Partnerschaften Sinn", unterstreicht Torsten J. Gerpott, Telekommunikationsexperte und Dekan des Department of Technology and Operations Management an der Mercator School of Management . Laut dem Fachmann hätten Marktriesen wie Nokia gezeigt, dass es möglich ist, alle Segmente parallel anzubieten. "Da neben Nokia auch vor allem Samsung den chinesischen Markt dominiert, bietet sich eine regionale Diserfikation allein schon aus Kostengründen für HTC an", ergänzt Gerpott.

Wie andere Branchengrößen muss auch HTC angesichts der schwersten Rezession seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit einer teilweise extrem nachlassenden Nachfrage kämpfen und Produktionskosten auf ein Minimum senken. Halbleiterfirmen wie Richtek Technology, Novatek Microelectronics und Ralink Technology werden voraussichtlich lieferbezogen die Zulieferkette HTCs in der Zukunft ergänzen. Dies träge dazu bei, die Kostenkontrolle weiter zu stärken und wieder profitabler zu werden, so der Bericht. Eigenen Angaben zufolge werde der Smartphone-Hersteller mehr als ein Quartal dazu benötigen, die nach wie vor bestehenden Lagerbestände zu verdauen. Der Nachfrageschwund soll noch bis ins vierte Quartal anhalten.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben HTC in den vergangenen Monaten schwer zugesetzt. Hinsichtlich des Jahresumsatzes rechnet das Unternehmen daher ebenfalls mit teils großen Einbrüchen. Im Vergleich zum Vorjahresumsatz wird erwartet, dass dieser um einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag sinkt. In seiner bisherigen Prognose hatte der Handy-Riese dagegen noch ein Umsatzplus von zehn Prozent gegenüber 2008 erwartet. Fachleute werten die Kooperationsgerüchte als entsprechende Maßnahme des HTC-Managements, die Nachfragerückgänge insbesondere auf dem chinesischen Markt mit Smartphones im Low-Cost-Segment und nicht zuletzt der großen Branchenerfahrung MediaTeks zu kompensieren. (pte)

0 Kommentare zu diesem Artikel
216062