Smart TV

Hacker sollen in Zukunft Fernseher angreifen

Mittwoch, 29.08.2012 | 11:20 von Benjamin Schischka
Kapern Hacker Smart TV-Kameras?
Vergrößern Kapern Hacker Smart TV-Kameras?
© iStockphoto.com/Spanishalex
Kamera, Apps, Browser – moderne Fernseher alias Smart TVs werden ein lohnendes Ziel für Hacker sein, warnt G Data.
Ein Trendthema auf der IFA 2012 heißt „Smart TV“ – Fernseher mit Apps, integrierter Kamera für Videotelefonie und einem Internet-Browser. Doch für den User sieht der Antiviren-Spezialist G Data in den Smart TVs nicht nur eine bequeme Surfstation im Wohnzimmer, sondern auch ein neues Einfallstor für Hacker. Gleich aus mehreren Gründen seien Smart TVs lohnende Angriffsziele. Hacker könnten zum einen hinterlegte Daten stehlen – etwa die Nutzerdaten für Online-Videotheken oder App-Zugangsdaten. Als nächstes sei eine Übernahme der integrierten Kamera denkbar: Die Hacker blicken dann direkt ins Wohnzimmer ihrer Opfer. Ebenfalls denkbar sei die Einbindung des Smart TVs in ein Botnetz; denn Smart TVs verfügen generell über nicht wenig Rechenkraft, um Apps & Co. stemmen zu können.

Sollte es Hackern beispielsweise gelingen, infizierte Apps in die Download-Stores der Smart TVs zu schleusen, seien die Folgen nicht vorhersehbar, sagt G Data. Sicherheitsexperte Ralf Benzmüller:  „Es wäre nicht auszuschließen, dass heimische Fernseher in Zukunft für DDoS-Angriffe auf Unternehmen, Industrieanlagen oder zum Knacken von Passwörtern missbraucht werden. Nach unserer Einschätzung nutzen Cyber-Kriminelle bereits die frei zugänglichen Software-Entwicklungs-Kits der TV Hersteller, um Angriffsmöglichkeiten auszuloten. Wir rechnen damit, dass in Kürze die ersten Proof-of-Concepts veröffentlicht werden.“

Bei DDoS-Angriffen (distributed denial-of-service attack) bombardieren die Angreifer die Server ihrer Opfer solange mit Anfragen, bis diese unter der Last zusammenbrechen. Bei einem Proof-of-Concept handelt es sich um einen Prototypen, der Sicherheitslücken nachweist. Oft werden Proof-of-Concepts von Sicherheitsspezialisten entwickelt, um auf Lücken aufmerksam zu machen.

Mittwoch, 29.08.2012 | 11:20 von Benjamin Schischka
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