Skype abhören

Schweizer Bundestrojaner als Open Source

Freitag den 28.08.2009 um 16:09 Uhr

von Frank Ziemann

Eine in der Schweiz entwickelte und seit Jahren von Gerüchten umwehte Software zum heimlichen Abhören von Skype hat ihr Entwickler nun als Open Source veröffentlicht. Er will damit auf die Risiken aufmerksam machen, die durch die Existenz solcher Programme entstehen.
Prinzip der Skype-Wanze
Vergrößern Prinzip der Skype-Wanze
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Bereits seit 2006 gibt es Berichte , ein Schweizer Unternehmen entwickle im Behördenauftrag eine Art "Staatstrojaner" (hierzulande gerne als "Bundestrojaner" tituliert), der die heimliche Online-Überwachung eines Rechners ermöglichen soll. Der Entwickler dieser Software ist nun aus dem Unternehmen ausgeschieden und hat die Quelltexte unter der GPL veröffentlicht sowie auch einige Kompilate bereit gestellt.

Ruben Unteregger, 33, war von 2001 bis 2008 Software-Entwickler beim Schweizer Unternehmen ERA IT Solutions. Dort hatte er die Aufgabe ein Programm zu entwickeln, mit dem VoIP-Telefonate, etwa mit Skype, heimlich abgehört und aufgezeichnet werden können. Bei seinem Ausscheiden aus der Firma, in der er eine leitende Position inne gehabt haben soll, hat Unteregger das Knowhow und die Rechte an dieser Software mitgenommen. Eine in solchen Fällen nicht unübliche, strafbewehrte Geheimhaltungsvereinbarung verbietet ihm jedoch offen zu legen, wer Auftraggeber und sonstige Beteiligte waren.

Unteregger hat auf seiner Website megapanzer.com einen Teil der Quelltexte seiner durchaus als Malware einzustufenden Software veröffentlicht. Einige Module hat er entfernt, etwa das Plugin-System der Backdoor-Komponente sowie Code zum Umgehen von Firewalls. Auch einige kompilierte, also direkt lauffähige Dateien sind erhältlich, jedoch keine ohne Weiteres einsetzbare Abhörlösung.

Freitag den 28.08.2009 um 16:09 Uhr

von Frank Ziemann

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