Skype 2.0: AMD verlangt Auskunft über Vereinbarung mit Intel

Donnerstag den 02.03.2006 um 12:31 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

AMDs Anwälte haben die Entwickler der VoIP-Software Skype aufgefordert, Dokumente über ihre Vereinbarung mit Intel vorzulegen. Anlass ist Skype 2.0, das bestimmte Funktionen nur in Verbindung mit Intel-CPUs zur Verfügung stellt und gleichwertige AMD-Prozessoren benachteiligt.
Intel und Skype hatten Anfang Februar eine Vereinbarung bekannt gegeben, nach der Skype 2.0 Konferenzgespräche mit bis zu 10 Gesprächspartnern zulässt ( wir berichteten ). Allerdings nur auf Rechnern mit einem Intel Dual Core-Prozessor. Bei gleichwertigen AMD-CPUs liegt das Limit bei fünf Gesprächsteilnehmern. In der Telefonie-Software ist ein Code integriert, der erkennt, ob sich im Rechner eine Dual-Core-CPU von Intel befindet und dann die maximale Teilnehmerzahl für Konferenzgespräche auf 10 erhöht.

Die Optimierungen für Konferenzgespräche in Skype 2.0 hatte Intel gemacht und dann Skype vorgeschlagen. Skype hatte erklärt, dass Performance-Tests durchgeführt und die Optimierungen für gut befunden worden seien. Skype machte damals allerdings keine Angaben darüber, ob die Performance auch mit der von Dual-Core-Prozessoren von AMD verglichen wurde. Die Vorzüge von Skype auf Systemen mit Intel-CPU preist Intel auf dieser Seite an.

AMDs Anwälte haben nun laut einem Bericht der US-IT-Site Cnet die Entwickler von Skype dazu aufgefordert, die Dokumente über die Vereinbarung mit Intel vorzulegen. AMD sammelt schon seit einiger Zeit von Firmen Dokumente, um vor Gericht belegen zu können, dass Intel seine marktbeherrschende Stellung auf illegale Weise ausgenutzt hat.

Intel und Skype hatten seinerzeit erklärt, dass Konferenzgespräche mit bis zu 10 Teilenehmern nur deshalb auf Dual-Core-CPUs von Intel möglich sind, weil nur diese Prozessoren eine entsprechende Leistung bieten.

Dem kann und will sich AMD aber nicht anschließen und ist der Ansicht, dass Intel die Entwickler von Skype beispielsweise mit finanziellen Anreizen dazu angetrieben haben könnte, die entsprechende Funktion nur auf Intel-CPUs zu aktivieren. Die von Skype verlangten Dokumente sollen die Angelegenheit nun klären.

Skype: Beschnittene Funktion auf AMD-Rechnern (PC-WELT Online, 09.02.2006)

Donnerstag den 02.03.2006 um 12:31 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

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