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Datendiebstahl am Geldautomaten nimmt zu

Die Zahl der Fälle von ausgespähten EC-Kartendaten an Geldautomaten haben im ersten Halbjahr 2010 gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen, während die dadurch entstandenen Schäden leicht rückläufig sind.

Das European ATM Security Team (EAST) hat in seinem jüngsten Bericht "European ATM Crime Report" festgestellt, dass im ersten Halbjahr 2010 die Zahl gemeldeter Skimming-Fälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24 Prozent zugenommen hat. Dabei sind die finanziellen Schäden jedoch von 156 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2009 auf 144 Millionen Euro gesunken.

Durch heimliches Auslesen des Magnetstreifens ("Skimming") kopieren die Täter die EC-Kartendaten und spähen mit versteckten Kameras die zugehörige PIN aus. Sie übertragen die Daten auf Blankokarten, die auf dem Schwarzmarkt für wenig Geld im Tausenderpack erhältlich sind. Die zunehmende Verbreitung so genannter EMV-Karten, die mit einem Chip ausgestattet sind, erschwert den Tätern ihr Handwerk, denn solche Karten haben sie nicht. Teilweise werden bereits Karten eingeführt, die keinen Magnetstreifen mehr haben.

Die Geldautomaten in den Ländern der Euro-Zone sind überwiegend bereits mit Chip-Lesegeräten ausgestattet. Diese Geldautomaten ignorieren meist den Magnetstreifen, sodass Karten ohne Chip nicht mehr benutzt werden können. Die Geräte können jedoch so eingestellt werden, dass sie einen Fallback-Modus nutzen, wenn ein Chip nicht lesbar ist. Dann wird der Magnetstreifen heran gezogen. Einige solcher Automaten gibt es unter anderem in Deutschland, Österreich, Spanien, Italien und Großbritannien.

Die Täter weichen deshalb zunehmend ins Ausland aus, wo Geldautomaten mit Chip-Lesern die Ausnahme sind. Das ist etwa in Nord- und Südamerika, in Russland oder auch in Urlaubsländern wie Ägypten, Thailand und der Dominikanischen Republik der Fall. Die EC-Kartendaten lassen sich via Internet leicht zu Mittätern in diesen Ländern transferieren.

Dass die Täter so vorgehen, ist auch daran erkennbar, dass die finanziellen Schäden innerhalb der Länder, aus denen die gestohlenen Daten stammen, um 41 Prozent abgenommen haben, von 41 auf 24 Millionen Euro. Zugleich sind die international verursachten Schäden um vier Prozent angestiegen, von 114 Millionen Euro auf 119 Millionen Euro.

Daher gilt weiterhin die Empfehlung einen Geldautomaten vor der Benutzung sorgfältig zu inspizieren, um Manipulationen zu entdecken, etwa zusätzlich angebrachte Tastaturen. Um Kameras und Beobachtern das Ausspähen der PIN zu erschweren, decken Sie die Tastatur während der Eingabe Ihrer PIN sorgfältig ab. Auch beim Bezahlen mit der EC-Karte in Geschäften sollten Sie die Tastatur verdecken. Gegen manipulierte Lesegeräte hilft dies allerdings auch nicht.

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