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Preise für Speicher sinken und sinken...

15.09.2008 | 15:11 Uhr |

Einige Speicherhersteller haben in der vergangenen Woche ihre Produktion gedrosselt. Ziel der Aktion: Die Preise für Speicherbausteine sollen sich wieder erholen und steigen. Analysten bewerten die Aktion allerdings als eher wirkungslos.

PC-Besitzer dürfen sich schon seit langem freuen: Die Preise für Speicher sinken und sinken. Derzeit kosten 1 GB DDR2-Speicher um die 20 Euro und 1 GB DDR-Speicher rund 60 Euro. Vista-Anwender, die ihren Rechner gleich mit 4 GB Speicher (2 x 2 GB) ausstatten, zahlen dafür nicht mal 80 Euro. Das ergab unsere kurze Preisrecherche bei großen Online-Händlern.

Die beiden Speicher-Hersteller Elpida Memory (Japan) und Powerchip Semiconductor (Taiwan) haben in der vergangenen Woche versucht, den Preis für Speicherbausteine zu beeinflussen, indem sie die Produktion um jeweils bis zu 15 Prozent zurückgefahren haben. Die Aktion konnte allerdings nicht verhindern, dass die Preise für Speicherbausteine dennoch ein neues Allzeit-Tief erreichten.

Schuld an der Misere sind die Hersteller selbst, die im vergangenen Jahr zu viele Speicherbausteine-Fabriken gebaut hatten, weil sie einen Anstieg der Nachfrage erwarteten, nicht zuletzt aufgrund von Windows Vista und dessen Appetit auf Speicher. Die Nachfrage konnte aber mit dem Angebot nicht mithalten, was zu stark sinkenden Preisen aufgrund eines Überangebots führte. Das Angebot ist so hoch, dass einige Hersteller sogar Verlust mit dem Verkauf von Speicher machen.

Analysten bewerten den Produktionsrückgang bei Elpida Memory und Powerchip als wirkungslos, weil er nicht direkt den Preis der Speicherbausteine beeinflussen kann, sondern erst - wenn überhaupt - in einigen Monaten. Außerdem stellen die beiden Hersteller nur 2,3 Prozent aller Speicherbausteine her.

Die Analysten von Gartner prognostizieren, dass sich die Verringerung der DRAM-Produktion frühestens im November auswirken könnte. Bis dahin hätten sich aber die Großabnehmer mit Speicher für Geräte eingedeckt, die zu Weihnachten auf den Markt kommen sollen und damit würde im November ohnehin die Nachfrage zurückgehen.

Würden sich andere Speicherhersteller der Aktion anschließen, wäre der Effekt auf die Preise höher. Allerdings signalisierten die Hersteller in der vergangenen Woche, dass sie sich der Aktion von Elpida und Powerchip nicht anschließen wollen. Insbesondere Samsung, weltgrößter DRAM-Chip-Hersteller, sprach sich gegen eine Drosselung der Produktion aus. Samsung will sogar die Gunst der Stunde nutzen und in diesem Jahr 4,5 Millionen Euro in zusätzliche Speicher-Produktionslinien investieren, um den Druck auf die Rivalen zu erhöhen.

Auch die Nummer Zwei, Hynix Semiconductor, hat keinerlei Pläne die Speicherproduktion zu drosseln. Ähnliche Signale kommen auch von den anderen großen Herstellern, zu denen Qimonda in Deutschland und Micron Technology in den USA zählen.

Analysten sind der Meinung, dass DRAM-Hersteller kurzfristig nur davon profitieren könnten, wenn ein Konkurrent pleite geht oder einen angeschlagenen Konkurrenten übernimmt. Für die nächsten fünf Jahre wird erwartet, dass Preise für Speicher niedrig bleiben.

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