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Sind wir selbst schuld an Spam und Viren?

24.03.2005 | 14:51 Uhr |

Das Marktforschungsunternehmen Radicati Group hat vorab einige Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die sich mit dem Online-Verhalten von Anwendern beschäftigt. Die Resultate der Befragungen US-amerikanischer Internet-Nutzer belegen, dass das Verhalten vieler Anwender zum Überleben und Gedeihen von Spam und Malware erheblich beiträgt.

Das Marktforschungsunternehmen Radicati Group hat vorab einige Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die sich mit dem Online-Verhalten von Anwendern beschäftigt. Die Resultate der Befragungen US-amerikanischer Internet-Nutzer belegen, dass das Verhalten vieler Anwender zum Überleben und Gedeihen von Spam und Malware erheblich beiträgt. Immerhin 31Prozent der Befragten gaben an, schon auf Links in Spam-Mails geklickt zu haben. Den "Unsubscribe"-Link haben 18 Prozent der Umfrageteilnehmer schon angeklickt - in der vergeblichen Hoffnung, damit wenigstens diesen Spammer loszuwerden.

Beide Methoden sowie eingebettete Referenzen auf Bilddateien, die aus dem Web nachgeladen werden, dienen Spammern zur Verifizierung von Mail-Adressen. Ist damit klar, dass Mails an eine Adresse nicht nur ankommen, sondern auch gelesen werden, folgen in aller Regel noch mehr Werbe-Mails und die verifizierten Adressen können mit diesem Qualitätssiegel weiterverkauft werden.

Die Studie zeigt ferner auf, dass immer noch einer von zehn Internet-Nutzern bei Spammern Waren bestellt. Das ist für die Spam-geplagte Mehrheit besonders bedrückend, denn so lange es Leute gibt, die bei Spammern kaufen, wird es auch Spam geben.

Das leichtsinnige Verhalten vieler Benutzer ermöglicht auch erst die Ausbreitung von Internet-Würmern. Zwar wurden gravierende Sicherheitsmängel in beliebten Mail-Programmen abgestellt, durch die ein Wurm schon beim Öffnen der Mail aktiv werden kann. Da jedoch genug Anwender den Virenschreibern willfährig zuarbeiten, indem sie etwa ZIP-Dateien entpacken und darin enthaltene Wurm-Programme starten, muss sich niemand darüber wundern, wenn er plötzlich im Minutentakt mit Wurm-haltigen Mails bombardiert wird.

Es sollte auch keiner glauben, hier in Deutschland wären die Anwender so viel schlauer als in den USA. So dürften zum Beispiel die Auswirkungen der Gesundheitsreform etliche Internet-Nutzer dazu verleiten, auf die Angebote von zweifelhaften Online-Apotheken zu klicken. Und so lange es Leute gibt, die bei Spammern kaufen...

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