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Sind Programmierer eine aussterbende Spezies?

21.06.2005 | 12:42 Uhr |

Viele Informatiker arbeiten nie in ihrem erlernten Beruf. Die Gründe sind vielfältig: Arbeitsplatzmangel, bessere Bezahlung und größeres Prestige in anderen Aufgabenfeldern. Dieser Trend wird sich noch verstärken, der klassische Code-Guru wird zur Rarität - sagen zumindest Marktforscher.

Programmieren ist ein hartes Brot. Wer es endlich richtig gelernt und einige Semester an der Universität dafür geopfert hat, sollte eigentlich darauf brennen, das erlernte Wissen endlich in der Praxis anwenden zu dürfen. Doch dem ist oft nicht so, viele amerikanische Informatikstudenten mit Abschluss wechseln nach der Universität sofort in andere Berufsfelder, wie CNN Online berichtet.

Der Grund für diesen abrupten Berufswechsel: Gute Programmierkenntnisse garantieren in den USA keineswegs einen sicheren Job. Denn immer mehr US-Unternehmen setzen auf Outsourcing. Sie verlagern ihre Anwendungsentwicklung allerdings oft nicht an externe Entwicklungsfirmen in den USA, sondern lassen im Ausland programmieren. Besonders in Osteuropa und in Indien. Dort wartet eine große Zahl von leistungsfähigen Programmierern auf Arbeit – bei deutlich niedrigeren Löhnen und erheblich ausgedehnteren Arbeitszeiten.

Stattdessen setzt so mancher IT-Student seine Hoffnung auf eine Anstellung als Consultant. Nicht nur, weil Berater mit IT-Kenntnissen bei den Unternehmen generell gefragt sind. Sondern auch, weil man als Consultant mehr verdient als ein Programmierer. Das meinen zumindest viele Hochschulabsolventen. Zudem sei ein Consultant-Job respektierter und genieße einen höheren Status.

Andrew Mo, ein Informatikstudent der Stanford University mit Kenntnissen in C++ und Java, hat sich ebenfalls dazu entschlossen, Berater zu werden. Bei der Boston Consulting Group. Er begründet seinen Entschluss folgendermaßen: "Ein Beraterjob befördert einen in Unternehmen auf eine höhere Ebene."

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