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Sind Hacker Terroristen?

20.02.2001 | 16:26 Uhr |

In Großbritannien tritt am kommenden Montag ein Gesetz in Kraft, welches Hacker unter bestimmten Umständen mit Terroristen gleichsetzt. Damit wären sie nach englischem Recht nicht anders zu bewerten wie die IRA oder die Hisbollah.

In Großbritannien tritt ein Gesetz in Kraft, welches Hacker unter bestimmten Umständen mit Terroristen gleichsetzt. Ab kommendem Montag fallen Cyber-Attacken unter das so genannte "Terrorism Act 2000".

Werden durch eine Hacker-Attacke Menschenleben bedroht, beispielsweise durch eine Manipulation öffentlicher Computer-Systeme, wird der Täter vor Gericht nicht anders behandelt werden, als ein Terrorist der IRA oder der Hisbollah.

Ein Sprecher der Regierung setzt sogar noch hinzu: "Es gibt keine spezielle Abteilung, die sich mit Cyber-Kriminalität befasst, diese wird von mehreren Abteilungen abgedeckt, aber jeder, der ein elektronisches System ernsthaft stört oder ernsthaft unterbricht, wird über dieses Anti-Terrorismus-Gesetz verurteilt."

Über den "Terrorism Act" wird festgestellt, welche Handlungen als terroristisch eingestuft werden und welche nicht. Neben der "Irisch Republikanischen Armee" (IRA) oder der "Hisbollah" fallen künftig auch britische Gruppen darunter, die von England aus eine Attacke durchführen, sowie Gruppen, die innerhalb Englands mit "ernster Gewaltanwendung" drohen oder diese planen. Hacker wären dann betroffen, wenn ihre Aktionen in "Gewalt" münden, so der Regierungssprecher weiter.

Die Frage, was unter den Begriff "Gewalt" fällt, wurde nicht eindeutig geklärt. Diese Begriffsdeutung wird den Polizeibehörden überlassen, die künftig bestimmen dürfen, was "Gewalt" ist und wer demzufolge ein Terrorist sei. Dies haben bereits verschiedene Politiker außerhalb der regierenden Labour-Partei kritisiert. (PC-WELT, 20.02.2001, mp)

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