Sig Sauer 716 Patrol

Amazon-Paket enthält Sturmgewehr statt TV

Freitag, 10.08.2012 | 12:35 von Benjamin Schischka
Sig Sauer 716 Patrol
Vergrößern Sig Sauer 716 Patrol
© Sig Sauer
Statt eines Fernsehers lag ein Sturmgewehr im Amazon-Paket – da staunte Seth Horvitz nicht schlecht. Die Waffe war außerdem illegal.
Eigentlich hat Seth Horvitz einen Fernseher bei Amazon bestellt, für 320 US-Dollar. Als er am Dienstag einen länglichen Karton auf seiner Türschwelle annimmt, denkt er noch, es handele sich vielleicht um den TV-Ständer für den Bildschirm. Wie wired.com weiter berichtet , sei das Öffnen des Kartons aber ein Schock für Horvitz gewesen. Zum Vorschein kam nämlich ein Sturmgewehr – eine halb-automatische Sig Sauer 716 Patrol, Kaliber 7,62 x 51 mm. Die UVP des Herstellers beträgt 2.132 Dollar.
 
Horvitz sagt, er habe kein Interesse an Waffen und die Polizei kontaktiert. Von ihr habe er erfahren, dass die Sig Sauer 716 Patrol in Washington D.C. – dem Wohnort von Horvitz – illegal sei. Dann hätten sie die Waffe mitgenommen und sich mit den Worten verabschiedet: „Ich hoffe, Sie bekommen Ihren Fernseher oder zumindest Ihr Geld zurück“. In dem Karton lag auch eine Rechnung über 1.590 Dollar, adressiert an einen Waffenladen in Pennsylvania. Wired hakte bei dem Besitzer des Waffenladens nach. Dieser gab sich ebenfalls sehr überrascht. Er bestelle viel im Internet, aber das sei ihm das erste Mal passiert. Waffen werden nicht einfach verschickt, zuvor werde die Waffenlizenz des Empfängers und Absenders überprüft. Erst danach werde die Waffe verschickt.
 
Horvitz habe Amazon kontaktiert – beim Kunden-Service habe man ihn im Standard-Verfahren für falsch verschickte Waren behandelt. Den TV-Shop habe er ebenfalls kontaktiert – dort habe man jegliche Beteiligung an der Waffen-Lieferung von sich gewiesen. Der Shop-Betreiber soll gesagt haben, dass er noch nie eine Waffe besessen habe. Amazon hat den Shop mittlerweile geschlossen.
 
Möglicherweise hat der Versender UPS zwei Kartons verwechselt. Der Tracking-Aufkleber auf der Kiste soll mit einem zweiten überklebt worden sein. UPS habe sich auch auf Anfrage noch nicht zu dem Vorfall geäußert.

Freitag, 10.08.2012 | 12:35 von Benjamin Schischka
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