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Siemens: GSM wird CDMA in den USA verdrängen

04.04.2006 | 17:23 Uhr |

Nach Meinung von Christoph Catselitz, dem Chef von Siemens Mobile Networks, wird sich der Mobilfunkstandard GSM gegenüber dem zur Zeit vorherrschenden CDMA-Netzstandard durchsetzen können. CDMA steht für "Code Division Multiple Access" und findet in den USA mit dem 3G-Standard cdma2000 seine Anwendung. Der Weltmarktführer für CDMA-Technologie ist das amerikanische Unternehmen Qualcomm. Es besitzt die Rechte an den meisten CDMA-Patenten, die auch bei dem in Europa verwendeten WCDMA-Standard (UMTS) genutzt werden.



Auch Lateinamerika befindet sich zur Zeit in der Wechselphase hin zu GSM. Abgesehen davon, dass die zwei wichtigsten Mobilfunker Südamerikas, die spanische Telefonica und die italienische TIM , in Europa über genügend Erfahrung mit GSM verfügen, ist es für die Netzbetreiber von Vorteil, beim Einkauf von GSM-Geräten Mengerabatte auszunutzen, als für die verschiedenen Regionen jeweils unterschiedliche Endgeräte zu erwerben.

Diese Vorteile sind besonders in den USA von großer Wichtigkeit. Kann beispielsweise T-Mobile in den USA, wo die Bonner ein GSM-Netz betreiben, Einkaufsvorteile nutzen, müssen andere Konkurrenten auf spezielle CDMA-Geräte zurückgreifen. Qualcomm liefert entsprechende Chips und mobile Geräte für rund 500 Millionen Anwender in den USA und Asien. Das konkurrierende Global System for Mobile Communication (GSM) bedient laut GSM-Vereinigung derzeit etwa 1,6 Milliarden Benutzer weltweit.

Um den Wechsel zu vollziehen sind erhebliche Neuinvestitionen nötig, die dann den Mobilfunkausrüstern wie Siemens zu Gute kommen. Noch vor kurzem hatte aus diesem Grund T-Mobile einen Verkauf seiner Handysparte in den USA erwägt. Analysten rechnen allein in China im nächsten Jahr mit Investitionen von mehr als zehn Milliarden US-Dollar für den Ausbau des Mobilfunknetzes.

Mehr Informationen:
» GSM-Technologie im Vormarsch

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