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P2P-Tauschbörsen im Visier

16.09.2007 | 13:39 Uhr |

Die Bemühungen, Firmennetzwerke vor Virenangriffen zu schützen, stehen in keinem Verhältnis zum Vorgehen gegen die Nutzung von P2P-Tauschbörsen am Arbeitsplatz. Weniger als 80 Prozent der Unternehmen haben bisher Maßnahmen gegen den Einsatz von Tauschbörsen im Büro ergriffen.

Die Sicherheitsmaßnahmen in deutschen Firmen gegen Virenangriffe über E-Mail-Programme oder den Web-Browser haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Peer-to-Peer Netzwerke hingegen stellen nach wie vor eine der größten Sicherheitslücken dar. Aus einer aktuellen Websense-Umfrage geht hervor, dass nur knapp ein Fünftel aller deutschen Unternehmen Maßnahmen gegen mit Tauschbörsen verbundenen Risiken getroffen haben. Jeder vierte Arbeitnehmer gab weiterhin zu, sich einen Büroalltag ohne derartige Angebote kaum noch vorstellen zu können.

Mit P2P-Netzwerken wird es dem Internetnutzer ermöglicht, auf die Festplatte anderer Anwender zuzugreifen, ohne dass dafür ein zentraler Server notwendig werden würde. Selbst am Arbeitsplatz wären die Tauschbörsen für Musik und Filme sehr beliebt. Doch neben den gewünschten Dateien finden auch Hacker einen Zugang zu sensiblen Firmendaten, denn im Gegensatz zu üblichen Kommunikationsprotokollen lässt sich der Datenfluss von P2P-Netzwerken mit gängigen Sicherheitslösungen nur schwer kontrollieren.

Besonders unerfahrene P2P-Anwender ermöglichen somit Unbefugten einen Zugriff auf geheime Firmendaten oder laden sich anstelle des gewünschten Musikalbums einen Trojaner oder andere gefährliche Viren herunter. Wird die vermeintlich sichere Datei später geöffnet, so kann das gesamte Firmennetzwerk infiziert werden: „Tauschbörsen und Datensicherheit vertragen sich nicht“, betont Magnus Kalkuhl vom Sicherheitsanbieter Kaspersky Lab gegenüber dem Online-Magazin Sicherheit-Heute . Er rät den Verantwortlichen, die Nutzung von Tauschbörsen auf Firmencomputern generell zu unterbinden.

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